• Guido Nockemanns ist Archäologe, Sammlungsleiter, Museumsmensch und obwohl vor 1980 geboren irgendwie doch ein "Digital Native".
    Sein Forschungsinteresse gilt neben dem Neolithikum und der Museums- und Sammlungsarbeit auch den Einsatzmöglichkeiten der IT sowie den Nutzungsmöglichkeiten des Web 2.0 und von Social Media in der archäologischen Forschung als auch im Museumsbereich.

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Vorstellung des Portals der Vereinigung Westfälischer Museen auf museum-digital

Gestern wurde von der Vereinigung Westfälischer Museen e.V. im Archäologischen Museum der Universität Münster der Presse eine neue Internet-Objektdatenbank vorgestellt, ein „Objektportal“ auf museum-digital als online gestellte Datenbank, die den westfälischen Museen eine Plattform bietet, ihre Schätze online zu präsentieren. Dort sind nicht nur archäologische Stücke, sondern Objekte aus der ganzen Vielfalt der Museumslandschaft zu finden.

Museen arbeiten mit originalen, nicht mit virtuellen Objekten. Sie nutzen das Internet bisher als Medium für die Bewerbung von Ausstellungen und Aktivitäten. Als Medium für die Publikation von Objekten und ganzen Sammlungen dagegen wird es in Westfalen noch kaum genutzt. Archive und Bibliotheken haben ihre Bestände vielfach schon online erschlossen – Museen sind noch längst nicht so weit.

Der Vorsitzende der Vereinigung westfälischer Museen, Dr. Eckhard Trox (Lüdenscheid), hat nun in Münster ein „Objektportal“ vorgestellt, eine online gestellte Datenbank, die den westfälischen Museen eine Plattform bietet, ihre Schätze online zu präsentieren. Die Website, vom Institut für Museumskunde in Berlin entwickelt, ist ein niedrigschwelliges, für die Museen kostengünstiges Angebot zur Präsentation von Objekten. Es ist an die übergreifenden europäischen Objektportale (EUROPEANA) angeschlossen, die die eingestellten Objekte – vom Rubens-Gemälde aus dem Siegerlandmuseum bis zur Münze aus dem Heimatmuseum Marsberg – überall verfügbar machen.

Seit 2010 arbeitete ein Arbeitskreis unter Leitung von Manfred Hartmann (LWL-Museumsamt) an dem Projekt; und im Herbst letzten Jahres konnte Guido Nockemann (Marsberg), der ein solches Portal mit „museum-digital“ schon in Ostwestfalen realisiert hat, für den Ausbau gewonnen werden. Die Zahl der beteiligten Museen hat sich von 10 auf knapp 30 verdreifacht. Entscheidend dabei war, Mitarbeiter in den Museen zu schulen und in die Lage zu versetzen, selbständig weitere Exponate ins Netz einzustellen.

Damit ist zumindest ein Anfang gemacht! Bis alle (geschätzt) 10-20 Millionen Objekte der 160 Mitgliedsmuseen der westfälischen Museumsvereinigung – also die mobilen Kulturgüter in Öffentlichem Besitz in Westfalen ! – dort recherchierbar sein werden, wird es lange, vielleicht Jahrzehnte brauchen. „Die Museen allein“ – so der Vorsitzende Eckhard Trox – „können das nicht stemmen. Hier sind die Museumsträger gefragt, das Projekt zu priorisieren und Mittel bereitzustellen! Und das Land und der Bund, die die Digitalisierung der Bibliotheken und Archive schon mit erheblichen Sondermitteln gefördert haben. Anders als Bücher und Aktentitel sind Museumsobjekte viel aufwändiger, da man immer ein Bild braucht“.

Foto: Startschuss für www.museum-digital.de/westfalen im Archäologischen Museum der Universität Münster: v.r. Dr. Eckhard Trox (VWM-Vorsitzender) – Manfred Hartmann (VWMArbeitskreis Sammlungen und Internet) – Guido Nockemann (Spezialist für museum-digital)

Foto: Startschuss für http://www.museum-digital.de/westfalen im Archäologischen Museum der Universität Münster: v.r. Dr. Eckhard Trox (VWM-Vorsitzender) – Manfred Hartmann (VWMArbeitskreis Sammlungen und Internet) – Guido Nockemann (Spezialist für museum-digital)

Quelle: Text und Foto der Pressemitteilung der Vereinigung Westfälischer Museen e.V. vom 23.1.2012

Publikation zur Digitalisierung einer archäologischen Sammlung

INFO:  Mir steht eine kleine Anzahl an Sonderdrucken des Artikels zur Verfügung, die ich bei „berechtigtem“ Interesse (z.B. an Institutionen oder Personen, die in diesem Bereich arbeiten) gerne kostenfrei abgebe. Schriftentausch ist natürlich auch willkommen 🙂

Druckfrisch in meinem Briefkasten angekommen, die Belegexemplare zu meinem Artikel im aktuellen Archäologischen Nachrichtenblatt. Es handelt sich um die ausführliche Fassung meines Vortrags in der AG Archäologie im Museum auf dem 7. Archäologiekongress in Bremen vom 3. bis zum 7. Oktober 2011.

Titel: 

Die Digitalisierung der archäologischen Sammlung des Landesmuseums Detmold –  Schlüssel zur internationalen Vernetzung

Vom Artefakt über museum-digital und Europeana zum kulturinteressierten Bürger und Wissenschaftler

Einleitung (aus dem Text):

„Im Folgenden wird das Digitalisierungsprojekt am Lippischen Landesmuseum Detmold vorgestellt und auf das zugrunde liegende Konzept, seine Durchführung, sowie wichtige Einzelheiten des Projekts eingegangen. Auch wenn einige Angaben sicher projektspezifisch sind, so sind die generellen Aussagen durchaus als Anregungen für andere Projekte zu verstehen.“

Inhalt:

Im Artikel wird auf folgende Themen bzw. Fragen eingegangen:

  • Ziel des Projekts bzw. warum Museen ihre Sammlung digitalisieren sollten
  • Ausgangslage des Projekts
  • Am Anfang war das Konzept
  • Was soll präsentiert werden?
  • Wer sollte die Digitalisierung durchführen?
  • Wie detailliert soll die Digitalisierung durchgeführt werden?
  • Wie groß soll der Umfang an zusätzlichen Daten (Pläne, Dokumente, etc.) sein?
  • Welche/r Thesaurus / Systematik soll bei der Erfassung verwendet werden?
  • Welche Datenbank soll zur Erfassung verwendet werden?
  • Was ist bezüglich Daten- und Dateiformate zu beachten?
  • Welche Online-Plattform soll verwendet werden?
  • Wie genau sollen die Angaben zum Fundort sein?
  • Wer erstellt die digitalen Fotografien?
  • Kleine Hürden
  • Konvolute oder Einzelobjekte?
  • Arbeitsablauf des Projekts
  • Arbeitsaufwand und –geschwindigkeit
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Ausblick

Zitat:

Guido Nockemann (2012): Die Digitalisierung der Archäologischen Sammlung am Lippischen Landesmuseum Detmold, in: Archäologisches Nachrichtenblatt 3/2012, Bd. 17, 280-289

Digitalisierung von Kulturgut – LWL-Volontärstagung

Am 11.10.2012 fand im Freilichtmuseum Detmold die LWL-Volontärtagung zum Thema „Digitalisierung von Kulturgut“ statt.

LWL-Volontärstagung „Digitalisierung von Kulturgut“ im Weißen Ross des LWL-Freilichtmuseums Detmold

Das Thema Digitalisierung stellt immer noch eine Herausforderung dar. Zum einen erfüllt sie den Auftrag der Institutionen das Kulturgut zu erhalten und zu sichern, zum anderen kann so der Pflicht nach gegangen werden, das Kulturgut der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Durchführung einer Digitalisierung wird allerdings oft durch die immer weiter voranschreitende Streichung von Stellen im Kulturbetrieb erschwert oder sogar verhindert. Eine sinnvolle Digitalisierung kann nur durch Fachwissenschaftler oder sehr gut eingearbeitete ehrenamtliche Mitarbeiter durchgeführt werden und nicht von z.B. Praktikanten, da ihnen das Fachwissen fehlt. Ein anderes Problem sind die in vielen Institutionen nach wie vor verbreiteten Vorbehalte gegenüber einer Digitalisierung. So befürchtet man z.B. dass durch eine öffentlich einsehbare Objekt-Datenbank Dieben Vorschub geleistet werden würde (was nach Meinung des Autors völliger Unsinn ist, da besonders wertvolle Objekte normalerweise durch eigene Sicherheitssysteme geschützt werden, wie auch Magazine abgesichert sein sollten). Oder das so potentielle Besucher von einem Museumsbesuch abgehalten werden, da sie ja die Objekte bereits im Internet gesehen haben. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Das Original ist nach wie vor das, was Besucher sehen wollen und das Museum ist der Garant für diese Authentizität. Außerdem motiviert die vorangegangene Internetrecherche zu einem Besuch, da der User oft erst durch die Suche im Internet von einem Museum und seinen Objekte erfährt.  Thomas Bauer (Seite 17) stellt dies in seiner Magisterarbeit klar, ebenso die empirische Studie von Petra Schuck-Wersig und Gernot Wersig (Virtuelle Museumsbesucher – Empirische Studien zur technischen Außenrepräsentanz von Museen, Berlin 2000). Ein Artikel (Seite 90) von Werner Schweibenz hebt die Vorteile des Internets für Museen heraus. Desweiteren kann festgestellt werden, dass innerhalb der Institutionen die Tragweite, der Nutzen und die Möglichkeiten der Digitalisierung oft noch gar nicht richtig erkannt worden sind. Aber nicht nur der kulturinteressierte Bürger profitiert von der Digitalisierung. Sie erleichtert dem Wissenschaftler z.B. die Recherche nach Vergleichsstücken oder Objekten für eine Ausstellung.

Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Museumsleiterin Gefion Apel und die Volontärssprecherinnen Maren Braun und Katharina Stütz hielt Maleen Knorr (LWL-Museumsamt für Westfalen) ihren Vortrag mit dem Titel „Von der Objektdokumentation zum digitalen Objektportal: Eine Herausforderung für Museen“ und gab damit eine umfassende Einführung in die Thematik.

Annika Neumann (LWL-Medienzentrum für Westfalen) stellte „FILM+SCHULE NRW“ vor, eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW und des LWL-Medienzentrums für Westfalen. Die Initiative stellt Informationen und Materialien für den Unterricht bereit, gibt Onlinehinweise zu Unterrichtsmaterialien und Empfehlungen für Spielfilme. Diese Filme können über EDMOND NRW und dem Verleih der Medienzentren bezogen werden.

Anschließend berichtete der Blogauthor (Guido Nockemann) über das DAS-Projekt (Digitalisierung der archäologischen Sammlung des Landesmuseums Detmold) und ging auf die Themen Archäologie, digitales Kulturerbe und Vernetzung ein. Neben Fragen zum Konzept und Prozessstruktur wurde auch auf kleinere Hürden, den konkreten Ablauf der Digitalisierung und die Öffentlichkeitsarbeit eingegangen. Der Vortrag kann bei Slideshare eingesehen werden.

In eigener Sache: In der Novemberausgabe des Archäologischen Nachrichtenblatts wird ein Artikel über das DAS-Projekt („Die Digitalisierung der archäologischen Sammlung des Landesmuseums Detmold –  Schlüssel zur internationalen Vernetzung – vom Artefakt über museum-digital und Europeana zum kulturinteressierten Bürger und Wissenschaftler“) erscheinen, in dem das Projekt und sein Ablauf detaillierter dargestellt wird.

Nach der Mittagspause fand eine Führung durch die interessante Ausstellung „Schatzhüter“ des LWL-Freilichtmuseums statt.

Im letzten Vortrag ging Stefan Althaus (LWL-Kulturabteilung) auf die digitale Präsenz von Wissenseinrichtungen ein. Themen waren unter anderem museum digital oder wie der interessierte Bürger über Suchmaschinen schließlich zum Objekt bzw. zur Objektdatenbank gelangt.

Insgesamt war es eine gelungene Tagung mit einer sehr interessierten Hörerschaft und informativen Gesprächen. Meinen Dank an die Organisatoren für die Möglichkeit dort einen Vortrag halten zu können.

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