• Guido Nockemanns ist Archäologe, Sammlungsleiter, Museumsmensch und obwohl vor 1980 geboren irgendwie doch ein "Digital Native".
    Sein Forschungsinteresse gilt neben dem Neolithikum und der Museums- und Sammlungsarbeit auch den Einsatzmöglichkeiten der IT sowie den Nutzungsmöglichkeiten des Web 2.0 und von Social Media in der archäologischen Forschung als auch im Museumsbereich.

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Virtuelle Präsentationen in der Sonderausstellung „Im Schatten der Pyramide“

Zum 101-jährigen Jubiläum der österreichischen Ausgrabungen in Gizeh präsentiert das Kunsthistorische Museum in Wien die  Sonderausstellung „Im Schatten der Pyramide“. Im Jahre 1912 legte ein österreichisches Grabungsteam die ersten Gräber in der Nähe der Cheops-Pyramide frei. Die geborgenen Objekte aus der Zeit des Alten Reiches (ca. 2.687 – 2.165 v.Chr.) gelangten anschließend in die Sammlung des Kunsthistorischen Museums und werden nun mit weiteren Leihgaben aus anderen Häusern in einer Sonderschau präsentiert.

Grabungsarbeiten am Fuße der Pyramiden, 1928 / © TU Wien

Grabungsarbeiten am Fuße der Pyramiden, 1928 / © TU Wien

Die „normalen“ museale Präsentation wird durch digitale Medien ergänzt. In Kooperation mit der Technischen Universität Wien wurde eine digitale Präsentationen entwickelt, mit deren Hilfe der Besucher eine virtuelle Zeitreise auf das Gizeh-Plateau unternehmen kann, sowohl in die Zeit des Alten Reiches, als auch in die der Ausgrabungen vor hundert Jahren und in die Gegenwart.

Das Gizeh-Plateau wurden mit Hilfe eines 3D-Laserscanners digitalisiert. Die gewonnenen Daten bzw. Punktwolken wurden anschließend an der TU Wien bearbeitet und in 3D-Moelle umgewandelt. Für die Panoramaaufnahmen der Pyramiden, die ebenfalls in die Visualisierung einflossen, kamen Drohnen zum Einsatz.

3D-Punktwolke des Gizaplateaus / © TU Wien

3D-Punktwolke des Gizaplateaus / © TU Wien

Digitales Panoramabild der Pyramiden / © TU Wien

Digitales Panoramabild der Pyramiden / © TU Wien

Die Präsentation soll nicht nur dem Ausstellungsbesucher Informationen vermitteln und ein reizvolles Erlebnis bieten, vielmehr wurde auch auf wissenschaftliche Tiefe und auf die Verknüpfung der Informationen geachtet, die interessierte Wissenschaftlern nutzen können.

Die Visualisierung an sich war nicht das Hauptproblem des Projekts, vielmehr das Zusammentragen der Informationen, die auf viele Bücher und verschiedene Archive verteilt sind. Außerdem liegen sie nur selten bereits digital vor.

Neben einem 3D-Flug über die Pyramiden wird eine virtuelle begehbare Grabkammer präsentiert. Die Artefakte wurden ebenfalls digitalisiert und als 3D-Modell in die virtuelle Grabkammer eingebaut.

Virtueller Rundgang durch eine Grabkammer / © TU Wien

Virtueller Rundgang durch eine Grabkammer / © TU Wien

Die Visualisierung der Grabkammer bietet nicht nur eine rekonstruierte Räumlichkeit, vielmehr handelt es sich um ein Informationssystem. Während sich der Besucher durch die Grabkammer navigiert werden Informationssymbole angezeigt. Bei Auswahl werden dann zu den Objekten bzw. Teilen der Grabkammer vertiefte Informationen dargestellt. So werden z.B. die Übersetzungen der Hieroglyphen-angezeigt.

Es gibt auch ein Video über die Präsentation:

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