„GIS? Das ist doch so modernes Zeug!“ Von wegen! GRASS GIS ist 30!

Hin und wieder bekommt man bzw. der Archäologe zu hören, dass die Anwendung von GIS „so modernes Zeug“ oder ein „hippes Analyse-Gedöns“ ist.

Weit gefehlt: GRASS GIS z.B. feierte diese Jahr seinen dreißigsten Geburtstag! GIS ist also alles andere als ein „modernes“ Analyse-Tool. Es ist zu hoffen, dass dies auch einmal in den Köpfen einiger Kollegen ankommt. GIS ist nicht die Wunderlösung für alle archäologischen Probleme, sollte aber ein essentieller Bestandteil bei der Auswertung von Fundplätzen oder Landschaften sein.

Dazu ein fast schon nostalgisches, aber bezüglich Anwendung immer noch aktuelles, Video über GRASS GIS von 1987:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=U3Hf0qI4JLc&feature=player_embedded&w=640&h=360]

rebloggt von digital-geography.com:

30 years of GRASS: a critical birthday comment

Dear GRASS GIS: Happy birthday! There has been a lot movement in the last decades and you enriched our workflows and our way of spatial thinking. There were books written for you , movies filmed for you and you’ve got your very …..

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GIS-Software für die Höhlenforschung

GIS-Software für die Höhlenforschung

Bei einer Suche nach freien GIS Programmen (Siehe dazu Teil 1, 2 und 3) bin ich auch auf Software gestoßen, die vorrangig für die Dokumentation von Höhlen erstellt wurde und die ich hier gesondert vorstellen möchte.

Therion

(Quelle: Screenshot – http://therion.speleo.sk/ ; 3.3.2013)

(Quelle: Screenshot – http://therion.speleo.sk/ ; 3.3.2013)

Therion ist ein Programmpaket zur Verarbeitung von Surveydaten und zur Erstellung von Karten und 3D-Höhlenmodellen. Es arbeitet plattformübergreifend und wurde unter der GNU GPL Lizenz veröffentlicht. Einer der Vorteile des Programms ist die dynamische Einrichtung der Karten, d.h. nach Veränderungen wird das Ergebnis automatisch aktualisiert. Des Weiteren können aus 2D-Karten 3D-Modelle erstellt werden. Wie die Karten aussehen können, kann man hier einsehen. Dieser Artikel gibt einen guten Überblick über den Leistungsumfang und die Möglichkeiten von Therion.

Walls

Walls ist ein Werkzeug zur Bearbeitung von Surveydaten aus Höhlen. Das letzte Update ist sehr aktuell (31.2.2013), was darauf hindeutet, das die Entwicklung des Programms fortgesetzt wird. Die kurze Durchsicht des Handbuchs zeigt, dass die Funktionalität offenbar recht umfangreich ist, aber die Handhabung wohl Übung und Einarbeitung bedarf.

Survex

Das letzte Update von Survex ist von Anfang 2012, es ist ein offenes System und die Entwickler fordern zur Mitentwicklung auf. Es verfügt zwar über eine graphische Oberfläche, allerdings erscheint sie nicht so professionell wie die von Therion.

(Quelle: Screenshot – http://survex.com/screenshots.html; 3.3.2013)

(Quelle: Screenshot – http://survex.com/screenshots.html; 3.3.2013)

Weitere Infos:

Zusammenstellung von freien GIS Programmen – Teil 3

Die folgende Zusammenstellung enthält diesmal keine Vorstellungen von eigentlicher GIS-Software, sondern einige nützliche Programme, die die Arbeit in GIS-Projekten vereinfachen können.

Virtual Terrain Project (VTP)

(Quelle: Screenshot – http://vterrain.org; 18.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://vterrain.org; 18.2.2013)

Das VTP stellt kein GIS in eigentlichen Sinne dar, sondern ist ein Projekt zur Förderung der Erstellung von Programmen für 3D Anwendungen. Dies berührt zum Teil auch den Einsatzbereich von GIS-Systemen. Die angebotene VTP Software (VTP Toolbox, Enviro, VTBuilder, CManager etc.) ermöglicht eine schnelle Rekonstruktion von interaktiven 3D-Objekten und ihre Darstellung in der virtuellen Welt.

(Quelle: Screenshot - http://g3dgmv.sourceforge.net/mapview5.html; 18.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://g3dgmv.sourceforge.net/mapview5.html; 18.2.2013)

Der 3D Graphical Map Viewe ist ein Viewer für Geodaten, der die Formate DEM (Digital Elevation Model) und DLG (Digital Lines Graphs) darstellen kann. Dabei werden die Karten als 3D-Bilder gerendert und können von verschiedenen Positionen aus betrachtet und bearbeitet werden. Außerdem können Karten in verschiedenen Formaten (gif ,png, jpeg ,xpm) eingelesen und in 2D angezeigt werden.

Verschiedene Satellitenbilder und globale Höhendaten

(Quelle: Screenshot - http://ow.ly/hPaWv ; 18.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://ow.ly/hPaWv ; 18.2.2013)

Hier findet man Roh-Bilder wie sie vom Space Shuttle aus angefertigt wurden. Verbesserte Version gibt es hier und hier.

Zusammenstellung von freien GIS Programmen – Teil 1

Hier einmal einen kurze Zusammenstellung von freien GIS-Programmen, die für die Arbeit in der Archäologie nutzbar sind bzw. schon dafür genutzt werden. Von Zeit zu Zeit werde ich die Liste aktualisieren und erweitern.

gvSIG – Oxford Edition für Archäologen

Quelle: Wikipedia - http://ow.ly/h2rkn / CC Attribution ShareAlike 2.5 License)

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/h2rkn / CC Attribution ShareAlike 2.5 License)

Das gvSIG Projekt ist ein freies und Open Source Geoinformations System. Oxford Archaeology hat eine modifizierte Version erstellt, die speziell für Archäologen interessant ist. GRASS GIS Funktionen/Module können eingebunden werden. Ich nutze gvSIG öfters und finde es sehr gelungen, wenn auch zum Teil sehr komplex und manchmal etwas schwierig in der Handhabung. Vom Umfang kommt es aber den kommerziellen GIS Programmen sehr nahe. Zur alltäglichen Arbeit und einige Analysen ist es mehr als ausreichend. Für die Arbeit in der praktischen Bodendenkmalpflege ist die Einbindung von Remote Daten (z.B. OGC-WMS, WCS, WFS, ECWP, Gazetter- und Catalog- Service) äußerst hilfreich. Außerdem gibt es eine deutsche Oberfläche.

SagaGIS

(Quelle - Wikipedia: http://ow.ly/h2rbV / GNU General Public License)

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/h2rbV / GNU General Public License)

Der Schwerpunkt von SagaGis liegt in der Verarbeitung und Analyse von Rasterdaten. Beim Layout soll es aber Schwächen haben. Es wird hauptsächlich am Fachbereich Geographie der Universität Hamburg entwickelt. Es ist für die Bearbeitung von Vektordaten und Erstellung thematischen Karten sehr gut geeignet. Auch hier gibt es eine deutsche Oberfläche.

Open Jump GIS

(Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Openjump-screenshot.jpg&filetimestamp=20061104143748 / deutsches OpenJUMP Tutorial von Uwe Dallüge)

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/h2r30 / deutsches OpenJUMP Tutorial von Uwe Dallüge)

OpenJUMP ist ein Desktop-GIS, das in Java geschrieben wurde. Es kann durch Plugins im Funktionsumfang erweitert werden. Mit ihm können verschiedene Vektoren-, sowie Rasterformate und OGC Standards wie WMS, WFS verarbeitet werden. Deutsche Oberfläche vorhanden.

QGIS / QuantumGIS

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/h2qVe / CC Attribution ShareAlike 2.5 License)

QGIS ist ein Geographisches Informationssystem welches auf vielen Betriebssystemen läuft und Raster, Vektor (z.B. GeoTIFF und Shapefiles) sowie räumlicher Datenbanken (z.B. PostGIS und SpatiaLite). Digitalisier-Werkzeuge und Funktionen zur Erstellung von Druckzusammenstellungen sind ebenfalls vorhanden, GRASS Module önnen ebenfalls  eingebunden werden. Interessant für die Verarbeitung von Geo-Daten von Prospektionen ist die GPS-Erweiterung, mit der GPX-Dateien eingelesen oder vom Programm aus direkt auf ein GPS-Gerät zuzugreifen werden kann. Neben verschiedenen Plattformen wie Unix, Linux, Mac OS X  und Windows auch unter Android. Hier sein noch einmal auf das Video-Tutorial zu QGIS hingewiesen.

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