Forschungsdaten und Archivierung

Forschungsdaten

Forschungsdaten, wir Wissenschaftler produzieren sie ständig, aber leider kümmern wir uns oft nicht ausreichend um sie. Hier nun ein aktuelle Beispiel dafür, dass man sich um die Archivierung seiner elektronischen Forschungsdaten Gedanken machen sollte….nein muss!

Vor gut zehn Jahren wurde an der  Universität Basel der Aufbau einer Datenbank abgeschlossen, in der 160 000 Datensätze zu einer bestimmten Vase auf der die Entführung von Europa durch Zeus dargestellt ist gespeichert wurden. Das unter anderem vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Millionen-Projekt lief ganze 20 Jahre und trug Daten zur griechische Mythologie zusammen. Der Server auf dem die Daten liegen und online abgerufen werden können steht im Rechenzentrum der Universität Basel.

Und da setzen auch schon die Probleme an. Die Firma, die den Server pflegte, existiert nicht mehr und das Passwort zum Server ist verloren gegangen.  So musste man sich in das alte System einhacken und mit viel Arbeit und Mühe die Daten vom alten Windows-NT-System retten und auf ein neues System transferieren. Allerdings kommt man immer noch nur über den alten Server in die Datenbank! Hier ist noch viel Arbeit nötig.

Glücklicherweise fordert der Schweizerische Nationalfond bei neuen Projekten direkt ein Konzept ein, wie die durch das jeweilige Projekt produzierten Daten auch langfristig archiviert werden können. Im vorliegenden Fall scheint es ja noch ein gutes Ende zu nehmen, aber wer weiß schon wie viele Forschungsdaten in den unzähligen Projekten mittlerweile verloren gegangen sind.

Zum Glück wird dieses Problem den Wissenschaftlern langsam bewusst und es gibt Initiativen und Leitlinen zu diesem Thema. Beispiele dazu unter den Links.

Links:

Millionenprojekt der Universität Basel ruht auf Schrott-PC

DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten

Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten

Langzeitarchivierung von Forschungsdaten – Eine Bestandsaufnahme

Forschungsdaten

forschungsdaten.org

Advertisements

ReBlog: DARIAH: Auf dem Weg zu einer digitalen Dateninfrastruktur für die Archäologie

ReBlog des Artikels

„DARIAH: Auf dem Weg zu einer digitalen Dateninfrastruktur für die Archäologie“

vom Kollegen Armin Volkmann, geblogt am 11/01/2013.

In seinem Artikel berichtet Armin Volkmann über das Langzeitprojekt DARIAH (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities). Es beschäftigt sich hauptsächlich mit der text- und geschichtswissenschaftlichen Forschung, ist aber offen für weitere Fachrichtungen. Für das Projekt wurde auch eine Dateninfrastruktur für die Archäologie konzipiert. Kooperationspartner sind unter anderem das IANUS-Projekt des DAI (Deutsches Archäologisches Institut) und CLARIN (Common Language Resources and Technology Infrastructure). Durch die Vernetzung der einzelnen Daten-Infrastruktur-Projekte können nationale Aktivitäten auch auf Europa-Ebene harmonisiert und die Forschung behindernde administrative Grenzen überwunden werden.

Neue Ausgabe der „DAI weltweit“ online

Das Deutsche Archäologische Institut hat die zweite Ausgabe des Magazins „DAI weltweit“ online veröffentlicht.

In der neuen Ausgabe wird die Anwendung neuer Methoden, die Rettung kostbarer Bildbestände und die Fortschritte beim Aufbau einer digitalen Infrastruktur des DAI für die langfristige Verfügbarkeit, Lesbarkeit und Vernetzung digitaler Daten vorgestellt.

Die Themen sind:

  • Hightech History – Naturwissenschaften und digitale Technologien in der Archäologie
  • Luftbild – Das EU-Projekt ArchaeoLandscapes Europe
  • Kulturlandschaft Amazonien – Die Entdeckung vorspanischer Ringgrabenanlagen im LiDAR-Scan
  • Rom, imperial – Der Palatin als Herrschaftsarchitektur in 3D
  • Interview mit Ortwin Dally – Dokumentation, Digitalisierung und Datenbank
  • Übersetzungsleistung – Die Digitalisierung der Archive
  • IANUS – Das Forschungsdatenzentrum des DAI
  • Resafa – DAI-Kooperationspartner TU Berlin, Historische Bauforschung
  • Das Naturwissenschaftliche Referat des DAI
  • Mythos Olympia – Kult und Spiele

Besonders interessant ist der Artikel zu EU-Projekt ArchaeoLandscapes Europe und dem IANUS Projekt. Bei letzterem handelt es sich um den Aufbau nationales Zentrums für , unterschiedliche Dienstleistungen im Bereich digitaler Forschungsdaten und Langzeitarchivierung.

%d Bloggern gefällt das: