IT-Empfehlungen für Altertumswissenschaften – Nachtrag zu Forschungsdaten und Archivierung

Ein kurzer Nachtrag zu meinem letzen Blogbeitrag „Forschungsdaten und Archivierung„.

(Quelle: Screenshot http://www.ianus-fdz.de/)

(Quelle: Screenshot ttp://www.ianus-fdz.de/)

IANUS, das Forschungsdatenzentrum Archäologie & Altertums- wissenschaften, hat seine IT-Empfehlungen für Altertumswissenschaften aktualisiert. Hier bekommt man recht übersichtlich umfangreiche Informationen zum Umgang mit Forschungsdaten. Auch werden einzelne Dateiformate besprochen. Die Empfehlungen gibt es auch als Download.

IANUS ist ein von der DFG gefördertes Projekt zum Aufbau eines nationalen Forschungsdatenzentrums für die Archäologien und Altertumswissenschaften in Deutschland.

Links:

IANUS -Forschungsdatenzentrum Archäologie & Altertumswissenschaften

IANUS – IT-Empfehlungen für Altertumswissenschaften

IANUS – IT-Empfehlungen für Altertumswissenschaften als Download

Forschungsdaten und Archivierung

Forschungsdaten

Forschungsdaten, wir Wissenschaftler produzieren sie ständig, aber leider kümmern wir uns oft nicht ausreichend um sie. Hier nun ein aktuelle Beispiel dafür, dass man sich um die Archivierung seiner elektronischen Forschungsdaten Gedanken machen sollte….nein muss!

Vor gut zehn Jahren wurde an der  Universität Basel der Aufbau einer Datenbank abgeschlossen, in der 160 000 Datensätze zu einer bestimmten Vase auf der die Entführung von Europa durch Zeus dargestellt ist gespeichert wurden. Das unter anderem vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Millionen-Projekt lief ganze 20 Jahre und trug Daten zur griechische Mythologie zusammen. Der Server auf dem die Daten liegen und online abgerufen werden können steht im Rechenzentrum der Universität Basel.

Und da setzen auch schon die Probleme an. Die Firma, die den Server pflegte, existiert nicht mehr und das Passwort zum Server ist verloren gegangen.  So musste man sich in das alte System einhacken und mit viel Arbeit und Mühe die Daten vom alten Windows-NT-System retten und auf ein neues System transferieren. Allerdings kommt man immer noch nur über den alten Server in die Datenbank! Hier ist noch viel Arbeit nötig.

Glücklicherweise fordert der Schweizerische Nationalfond bei neuen Projekten direkt ein Konzept ein, wie die durch das jeweilige Projekt produzierten Daten auch langfristig archiviert werden können. Im vorliegenden Fall scheint es ja noch ein gutes Ende zu nehmen, aber wer weiß schon wie viele Forschungsdaten in den unzähligen Projekten mittlerweile verloren gegangen sind.

Zum Glück wird dieses Problem den Wissenschaftlern langsam bewusst und es gibt Initiativen und Leitlinen zu diesem Thema. Beispiele dazu unter den Links.

Links:

Millionenprojekt der Universität Basel ruht auf Schrott-PC

DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten

Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten

Langzeitarchivierung von Forschungsdaten – Eine Bestandsaufnahme

Forschungsdaten

forschungsdaten.org

Zukunftsvision: Kulturgut-Digitalisate in DNA-Speicher

Unsere Informationsgesellschaft steht vor dem Problem, wie sie Unmengen an Daten, die sie produziert, auch langfristig sicher archivieren kann. Zwei Forschern des Europäischen Bioinformatik-Instituts, Nick Goldman und Ewan Birney, haben vermutlich die Lösung gefunden. Ihnen ist es gelungen Daten, d.h. in diesem Fall die Informationen von Texten, Fotos und Musik, fehlerfrei in künstlich hergestellter DNA einzubauen. Bei der richtigen Lagerung ist diese synthetische DNA Jahrtausende lang haltbar. Darüber hinaus soll sie für den Menschen ungefährlich sein.

Nick Goldman zeigt in einem Proberöhrchen diesynthetische DNA, in der digitalen Informationen gespeichert sind (Quelle: EMBL Photolab.)

Nick Goldman zeigt in einem Proberöhrchen diesynthetische DNA, in der digitalen Informationen gespeichert sind (Quelle: EMBL Photolab.)

Ganz neu ist die Idee nicht, sie wurde bereits 1988 zum ersten mal erfolgreich eingesetzt. Der Vorteil der DNA-Speicher liegt auf der Hand. Im Gegensatz zu allen bisher bekannten Speichermedien ist seiner Haltbarkeit bzw. die der darauf gespeicherten Informationen kaum Grenzen gesetzt.

Die Kodierung der Informationen in DNA-Sequenzen ist in der Theorie recht einfach. Die DNA besteht aus einer Abfolge von  Nukleotiden, von denen es vier verschiedene Typen (A, T, C und C) gibt. Durch die Abfolgekombinationen ergibt sich die Erbinformation. Somit ist dieses System im Grunde genommen nichts anderes als eine im Prinzip mit dem Binärcode vergleichbares Verschlüsselungssystem. Im Magazin Nature stellen die Forscher ihre Methode vor.

Animiertes B-DNA-Modell (Quelle: Wikimedia - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bdna.gif / Public domain)

Animiertes B-DNA-Modell (Quelle: Wikimedia – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bdna.gif / Public domain)

Spannend ist auch die Größenordnung des Speicherplatzes. In der Theorie könnte alle derzeit bekannte digitale Information gespeichert werden, was etwa drei Zettabyte (3.000 Milliarden Milliarden Bytes) entspricht. Das World Wide Web würde z.Zt. etwas die Hälfte davon benötigen. Auf einem Gramm DNA könnten die Forscher 1 Million CDs speichern. Auch die Rückführung der DNA-Informationen zu digitalen Daten scheint keine großen Probleme zu bereiten. Den Forschern ist es zu 100 % gelungen.

Man kann nur hoffen, das diese Methode in nicht all zu ferner Zukunft in größeren Maßstab anwendbar ist, denn nach heutigen Stand der Technik stellt sie die einzige Möglichkeit dar, die existierenden und noch kommenden Datenmengen zu archivieren.

Vielleicht wird auch einmal der Mensch selber zum Träger seiner eigenen Kultur …etwas wie die Zukunftsvision der auswendig gelernten Bücher im Roman „Fahrenheit 451“ von 1951….und dann stelle man sich weiter vor, dass dieses Wissen sogar weitervererbt werden könnte…..

Quelle: Die Zeit online

Neue Ausgabe der „DAI weltweit“ online

Das Deutsche Archäologische Institut hat die zweite Ausgabe des Magazins „DAI weltweit“ online veröffentlicht.

In der neuen Ausgabe wird die Anwendung neuer Methoden, die Rettung kostbarer Bildbestände und die Fortschritte beim Aufbau einer digitalen Infrastruktur des DAI für die langfristige Verfügbarkeit, Lesbarkeit und Vernetzung digitaler Daten vorgestellt.

Die Themen sind:

  • Hightech History – Naturwissenschaften und digitale Technologien in der Archäologie
  • Luftbild – Das EU-Projekt ArchaeoLandscapes Europe
  • Kulturlandschaft Amazonien – Die Entdeckung vorspanischer Ringgrabenanlagen im LiDAR-Scan
  • Rom, imperial – Der Palatin als Herrschaftsarchitektur in 3D
  • Interview mit Ortwin Dally – Dokumentation, Digitalisierung und Datenbank
  • Übersetzungsleistung – Die Digitalisierung der Archive
  • IANUS – Das Forschungsdatenzentrum des DAI
  • Resafa – DAI-Kooperationspartner TU Berlin, Historische Bauforschung
  • Das Naturwissenschaftliche Referat des DAI
  • Mythos Olympia – Kult und Spiele

Besonders interessant ist der Artikel zu EU-Projekt ArchaeoLandscapes Europe und dem IANUS Projekt. Bei letzterem handelt es sich um den Aufbau nationales Zentrums für , unterschiedliche Dienstleistungen im Bereich digitaler Forschungsdaten und Langzeitarchivierung.

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