• Guido Nockemanns ist Archäologe, Sammlungsleiter, Museumsmensch und obwohl vor 1980 geboren irgendwie doch ein "Digital Native".
    Sein Forschungsinteresse gilt neben dem Neolithikum und der Museums- und Sammlungsarbeit auch den Einsatzmöglichkeiten der IT sowie den Nutzungsmöglichkeiten des Web 2.0 und von Social Media in der archäologischen Forschung als auch im Museumsbereich.

  • Netzwerke

  • Tweets

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Zusammenstellung von freien GIS Programmen – Teil 2

UDig

Neben dem Anzeigen und Bearbeiten von räumlichen Daten, wobei hier vor allen WMS und WFS Daten, wie auch GeoRSS, KML und tiles berücksichtigt werden, stellt uDig (User-friendly Desktop) auch einen Entwicklungsumgebung für die Erstellung von Java/Eclipse GIS Applikationen dar (GIS Framework für Eclipse). uDig kann durch RCP (Rich Client Platform) plug-ins erweitert werden, bzw. selber als plug-in in eine bereits existierende RCP eingebunden werden.

GRASS GIS

(Quelle:Wikipedia - http://ow.ly/hzvcX / GNU General Public License)

(Quelle:Wikipedia – http://ow.ly/hzvcX / GNU General Public License)

GRASS GIS (Geographic Resources Analysis Support System) wird zwar in einigen anderen GIS Systemen (z.B. gvSIG) eingebunden, kann aber auch als eigenständiges GIS mit  raster- und vektororientierten Funktionen verwendet werden. Neben der Auswertung von räumliche Daten können auch Bilder verarbeitet, Grafiken und Karten erstellt, sowie räumliche Daten modelliert und visualisiert werden. Außerdem stehen Im- und Exportfunktionen in verschiedenen Datenformaten zur Verfügung. Interessant ist die portable Struktur des Programms, so dass es auf verschiedenen Betriebssystemen mit graphischer Oberfläche oder auch per Kommandozeile betrieben werden kann.

ArcGIS Explorer

(Quelle: Screenshot - http://www.esri.com/software/arcgis/explorer; 9.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://www.esri.com/software/arcgis/explorer; 9.2.2013)

ArcGIS Explorer ist ein Desktop Klient, der auf den ArcGIS Server zugreift. Im Gegensatz zu den übrigen Produkten von Esri ist der ArcGIS Explorer kostenlos! Mit dem Explorer kann unter einer einheitlichen Oberfläche auf verschiedene Web Servies, Daten und GIS Dienste zugegriffen werden. Neben Web-Daten, z.B. von ArcIMS, können auch Daten von anderen Web Map Services (WMS) genutzt werden, wie auch lokale Daten in Form von Shapefiles, File Geodatabases, Rasterdaten und anderen Formaten (IMG, KML, GeoTIFF, JPEG2000, MrSID) eingelesen und verarbeitet werden. Auch eine Geoverarbeitung und 3D Darstellung ist möglich. Sicher ist der ArcGIS Explorer kein vollständiges GIS, aber für einfachere Aufgaben, wie z.B. der Visualisierung von Raumdaten und einfachen Analysen, ist er sehr nützlich. Ein großer Vorteil hierbei ist die Möglichkeit die Daten mit anderen auszutauschen, was gerade z.B. bei dezentralen Forschungsprojekten von Vorteil ist.

Esri gibt ebook “Agent Analyst: Agent-Based Modeling in ArcGIS” kostenlos zum Download frei

Für diejenigen, die mit ArcGIs arbeiten und Agent-Based Modeling betreiben, ist dieses 559 Seiten starke (!) ebook wirklich interessant:

„Agent Analyst: Agent-Based Modeling in ArcGIS“

Autoren: Kevin M. Johnston (Editor), Daniel G. Brown, Nicholson Collier, Hamid R. Ekbia, Mary Jo Fraley, Elizabeth R. Groff, Michelle A. Gudorf, Naicong Li, Arika Ligmann-Zielinska, Michael J. North, Derek T. Robinson, and Nathan Strout / Esri Press 2012

Das Buch ist in fünf Kapitel aufgeteilt, in der die einzelnen für eine agentenbasierte Simulation nötigen Techniken und Funktionen des Programms „Agent Analyst“  in Form von Übungen erarbeitet werden. Zum Beispiel wird erläutert wie man Agentenbasierte Modelle mit Punkten, Polygonen Rastern und Netzwerken erstellt.

Die verwendete Software, „Agent Analyst“, ist ein mit ArcGIS kompatibles open source Programm. Um die Übungen komplett abschließen zu können wir neben der Agent Analyst Software auch ArcGIS Desktop 10 benötigt. Interessierte können eine 60-Tage-Trial Version von ArcGIS Desktop 10 downloaden. Auf der Seite der University of Redlands werden neben dem Programm „Agent Analyst“  auch drei Tutorials zur Software angeboten.

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Foto: Quinn Dombrowski (Fotorechte siehe http://www.flickr.com/people/quinnanya/)

Das Agent-Based Modeling, kurz ABM, ist ein computergestützten Verfahren, um Simulationen und Modelle zu erstellen bzw. zu überprüfen. Hierbei werden sogenannte „Agenten“ verwendet. Dies sind unabhängige Individuen, die in beschränktem Maße ihre „Umwelt“ wahrnehmen und mit ihr und anderen Agenten interagieren können. Dabei werden den Agenten Verhaltensregeln vorgegeben, die sozusagen die Stellschrauben der Simulation darstellen. Man unterscheidet grob zwei Modelltypen. Entweder wird ein einzelner Agent in eine „Welt“ eingesetzt, mit der er dann interagiert, oder es wird eine größere Anzahl an Agenten /Agentengruppen eingesetzt, die mit anderen und ihrer Umwelt  interagieren können und auch eine „Gesellschaft“ bilden können.

Zu den Grundlagen des ABM sei auf ein Tutorial  (Agent-based modelling and simulation“) verwiesen, dass im Journal of Simulation publiziert wurde.

Gerade in der Archäologie eröffnen sich durch das ABM neue Möglichkeiten um Netzwerke, landschafts-, siedlungs- und gesellschaftsdynamische Prozesses zu untersuchen. Ein interessantes Beispiel ist z.B. eine agentenbasierte Simulation für den bronzezeitlichen Salzbergbau in Hallstatt.

Quellen:

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