Die App des Neanderthal Museums in Mettmann

Smartphones sind allgegenwärtig und mittlerweile ein Teil unseres Alltags und unserer Kultur. Daher ist es umso erfreulicher, dass immer mehr Museen dieses Medium nutzen um mit seiner Hilfe Inhalte bzw. Wissen den Menschen und potentiellen Museumsbesuchern zu vermitteln. Nicht immer muss die Nutzung einer Museums-App nur auf den Gebrauch im Museum beschränkt sein. Seine Inhalte können auch ohne Museumsbesuch konsumiert werden und dienen so der Wissensvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit. Ein vorbildliches Beispiel ist die App des Neanderthal Museums in Mettmann. Sie stellt eine hervorragende Ergänzung zum Museumsbesuch dar.

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

Es werden Informationen über das Museum und zu Veranstaltungen, ein Locationguide, Audioguides zu den Stationen im Museum und die direkte Verlinkung mit den Social Media Anwendungen (Newsletter, Facebook, E-Mail-Empfehlung) des Neanderthal Museums im Web angeboten. Neben einer kurzen Einführung zur Dauerausstellung wird auch über Sonder- und kommende Ausstellungen informiert.

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

Es stehen vier verschiedene Audioguides zur Verfügung, zur Dauerausstellung, zur Fundstelle, zum Kunstweg und ein spezieller Guide für Kinder. Die einzelnen Audioguides  führen durch die jeweiligen Stationen, die alle einzeln ausgewählt werden können. Besonders der eigens für Kinder erstellte Audioguide ist der richtige Weg, um auch jungen Museumsbesuchern Informationen zu vermitteln. Die Audioguides eignen sich auch als kurzweilige Unterhaltung oder neudeutsch „Infotainment“, z.B. bei Bahnfahrten. Leider stehen in der Android-App die Guides für Kinder sowie für den Kunstweg (noch) nicht zur Verfügung. Die App kann mit ihrer Fülle an Informationen sowohl direkt in der Ausstellung, als auch zur Vor- oder Nachbereitung des Museumsbesuchs genutzt werden.

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

Der Locationguide gibt Auskünfte zur Fundstelle, dem Kunstweg, Freizeitaktivitäten (Spielplatz, Minigolf, Wildgehege) und der Gastronomie in der unmittelbaren Umgebung des Museums. Außerdem werden Informationen zur Anreise, Parkplätzen, Barrierefreiheit, Gastronomie, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen, Museumsführer oder Kindergeburtstagen, sowie ein FAQ (Frequently Asked Questions) angeboten. Die App wird kostenlos sowohl für Android als auch IOS angeboten.

 

App des Wikinger Museums Haithabu

Auch das Wikinger Museum in Haithabu bietet ein Smartphone-App an. Das Wikingermuseum gehört es zur Stiftung Schleswig-Holsteinischer Landesmuseen und widmet sich der Archäologie und Geschichte der Siedlung Haithabu. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse wurde ein Teil der frühmittelalterlichen Stand und der Hafenanlage am Originalplatz rekonstruiert.
(Quelle: Wikipedia - http://ow.ly/hDu04 / © Kai-Erik Ballak / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)“

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/hDu04 / © Kai-Erik Ballak / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)“

Die App ist sowohl für Android wie auch iOS kostenlos im jeweiligen App-Store erhältlich. Zu beachten ist, das nach der Installation noch zusätzliche Dateien (Audio und Bilder) heruntergeladen werden müssen, eine Datenfaltrate oder WiFi-Zugang ist dafür empfehlenswert.

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Die zweisprachige App bietet neben den üblichen Informationen (Kontakt, Anfahrt, Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Verweis auf die Webseiten) zum Besuch des Wikingermuseums zahlreichen Abbildungen und Plänen auch Bildinfos zu Objekten und der Ausstellung. Des Weiteren gibt auch eine Anfahrtsbeschreibung. Die auf der Webseite des Wikingermuseums in der Beschreibung des Apps erwähnte Anfahrtsskizze und Navigationshilfe gibt es zumindest in der Android-Version der App nicht. Des Weiteren gibt es noch Informationen zu den benachbarten Landesmuseen Schloss Gottorf  mit einer 360°-Ansicht vom Schloss, das unter anderem Sitz des Archäologischen Landesmuseums Schleswig-Holsteins ist.

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Dies allein hebt das App nicht von anderen Museumsapps ab. Das Highlight ist die Audioführung durch die Stationen des Museums und der Wikinger Häuser. Die Audiosequenzen sind einzeln auswählbar und behandeln verschiedenen Stationen des Museums, wie z.B. die Lage der Stadt, die Geweihschnitzerei, verschiedene Funde oder die Häuser der Stadt. Die Sequenzen sind im Schnitt 1 bis 2 Minuten lang, was für prägnante Ausführungen völlig ausreicht und die Aufmerksamkeit des Besuchers nicht überstrapaziert, denn es gibt insgesamt 31 Sequenzen!

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Der Audioguide ist nicht nur während des Museumsbesuchs eine spannende und informative Bereicherung für das visuell erlebten, sondern kann auch sehr gut im Vorfeld als Informationsquelle und zur Einstimmung, wie auch nach dem Besuch zur Wiederholung und Erinnerung an das Erlebte genutzt werden. Zu jedem Audiofile gehört auch eine thematisch passende Abbildung, die z. B. das besprochene Objekt oder eine Karte zeigt.

Mit einem iPhone App ins Kölner frühchristliche Mittelalter

Auf Grundlage der Forschungen zum Frühmittelalter in Köln, hat der Archäologe Dr. Sebastian Ristow (Privatdozent an der Universität Köln und wissenschaftlicher Mitarbeiter der RWTH Aachen) zusammen mit dem Züricher Wissenschaftler Guido Faccani und dem Programmierer Michael Sommerhalder innerhalb eines halben Jahres die App „Frühchristliches Köln“ entwickelt.

Screenshoot App „Frühchristliches Köln“

Auf einer Karte von Köln können die einzelnen Kirchen ausgewählt und Baupläne, Fotos, die Geschichte des Bauwerks und die einzelnen Bauphasen angezeigt werden. Obwohl zu den einzelnen Bauten eine Große Menge an Informationen vorhanden sind, wurde bei der Umsetzung auf einen einfache Handhabung und einer nicht zu umfangreichen Auswahl an Daten geachtet. Außerdem werden zu jedem Bauwerk die Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummern, Webseiten und Angaben zu Terminen und Führungen angegeben. Über die Standortbestimmung des iPhones kann festgestellt werden, welches Bauwerk sich in der Nähe befindet.

Screenshoot App „Frühchristliches Köln“

Zur schnellen Orientierung ist außerdem eine Liste aller Kirchen vorhanden. Die Informationen können als Text angezeigt oder als Sprache abgespielt werden. Geplant ist außerdem eine deutschlandweite Umsetzung.

Screenshoot App „Frühchristliches Köln“

Die kostenlose App ist in Deutsch, Niederländisch, Englisch, Französisch und Italienisch verfügbar, allerdings bisher nur für das iPhone. Sollten sich weitere Sponsoren oder Fördermöglichkeiten finden ist auch eine Umsetzung der App für Android geplant. Da alle Daten in der App abgelegt sind, kann sie auch im Ausland bzw. im Inland von ausländischen Touristen (sofern sie die App im heimischen Netz installiert haben) ohne Roaming-Gebühren genutzt werden.

Screenshoot App „Frühchristliches Köln“

 Quellen:

Kölner Stadt-Anzeiger

archaeoplanristow

PDF von archaeoplan ristow zum App

Universität Zürich

Das App im iTunes Store

Screenshots mit freundlicher Genehmigung dem PDF von archaeoplan Ristow entnommen.

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