Die Kombination von philologischen Informationen und 3D-Scanns bei der Analyse von Keilschrifttafeln

Um ca. 3000.v.Chr. entwickelte sich im Vorderen Orient eine Hochkultur, die über eine bemerkenswerte Form der Informationsspeicherung verfügte, die Keilschrift. Dabei wurden mit einem keilförmigen Griffel Buchstaben bzw. Zeichen in eine noch feuchte Tontafel gedrückt. Über eine halbe Million dieser Tontafeln wurden bis heute gefunden, die Informationen über alle möglichen Bereiche des Lebens enthalten. Das Hauptproblem der Wissenschaftler ist allerdings die oft starke Fragmentierung der Tontafeln, die eine Entzifferung der Texte nahezu unmöglich macht.
Genau hier setzt das BMBF-Projekt „3D Joins und Schriftmetrologie“ an. In diesem Projekt kooperieren der Würzburger Lehrstuhl für Altorientalistik mit der Forschungsstelle „Hethitische Forschungen“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der Lehrstuhl für Graphische Systeme (Informatik VII) der Technischen Universität Dortmund.
CuneiformAnalyser (Quelle: Screenshot vom Video der Software - http://www.cuneiform.de/uploads/media/CA_Demo_Joining.mp4, vom 21.10.2015)

CuneiformAnalyser (Quelle: Screenshot vom Video der Software – http://www.cuneiform.de/uploads/media/CA_Demo_Joining.mp4, vom 21.10.2015)

Das interessante an diesem Projekt ist, dass die Tontafeln nicht einfach nur digitalisiert werden um sie in 3D auf einem Bildschirm darstellen zu können, sondern das computergestützte Zusammensetzen von zerbrochenen Tontafeln. Projektziel ist die Erstellung von Konzepten und Methoden zur Erhebung von (Keil-)Schriftmerkmalen auf den fragmentierten Tontafeln, um sie entsprechend sortieren und zuordnen zu können, um schließlich eine dreidimensionalen Rekonstruktion der einzelnen Tontafeln zu erstellen.
Basis der Untersuchung sind die mit Hilfe von Streifenlicht(Laser)-Scanner erstellten hochaufgelösten Scanns bzw. Punktwolken der Tontafelfragmente. Mittels einer Software namens „CuneiformAnalyser“, ein graphisches Werkzeug zur Analyse der gescannten Tontafeln, werden die Fragmente virtuell zusammengesetzt. Bei der „Zusammenpusselung“ der Stücke wird aber nicht nur nach rein optischen Anhaltspunkten vorgegangen, sondern auch die in Keilschrift auf dem Tontafelfragment abgebildeten Informationen berücksichtigt. Die Software integriert also eine Visualisierung und automatisierter 3D-Analyse als auch philologische Daten.
Besonders erfreulich sind die Videos auf der Projektwebseite, die die Herangehensweise und Durchführung darstellen. Abgesehen von dieser spannenden Analysemethode ist die Dokumentation auf der Projektwebseite wirklich beispielhaft. So werden die Methoden gut beschrieben und sogar in Videos demonstriert, es gibt Literaturhinwiese mit Online-Literatur als auch Beispieldaten zum freien Download.
Der Wunsch das Projekt „3D-Joins und Schriftmetrologie“ auch zukünftig in DARIAH einzubinden ist sehr begrüßenswert, da so die Daten und auch die eigens entwickelte Software dauerhaft gespeichert wird und für die Forschung weiter nutzbar bleibt.

Kombination aus 3D-CT-Scan und 3D-Print in der Anwendung bei der Forschung an Mumien

Eine 500 Jahre alte peruanische Kinder-Mumie, die z.Zt. noch in der Ausstellung “Mummies of the World: The Exhibition” im Cincinnati Museum Center zu sehen ist, wurde im Cincinnati Children’s Hospital Medical Center untersucht. Um Geschlecht, Alter und Todesursache des Kindes zu klären wurden Röntgenaufnahmen sowie ein 3D-CT-Scan erstellt und über 12000 Einzelaufnahmen untersucht. Allerdings konnte hierbei die Todesursache nicht geklärt werden.

3D-Print der Mumie (Quelle: Screenshot von You Tube Video - https://www.youtube.com/watch?v=h17NB8X4-0w)

3D-Print der Mumie (Quelle: Screenshot von You Tube Video – https://www.youtube.com/watch?v=h17NB8X4-0w)

Bei den Überlegungen, wie man nun zerstörungsfrei die Mumie weiter untersuchen könnte, hat man sich für einen 3D-Print entschieden. Anhand dieses maßstabsgerechten und detailgetreuen Skelettmodells konnten nun weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Dabei konnten einige Todesursachen wie Tuberkulose, Krebs, als auch Traumata ausgeschlossen werden. Der wirkliche Grund für das Ableben des Kindes ist allerdings noch nicht geklärt.

In einem You Tube-Video des Krankenhauses wird das Vorgehen der Wissenschaftler gezeigt.

CT-Scan der Mumie (Quelle: Screenshot von You Tube Video - https://www.youtube.com/watch?v=h17NB8X4-0w)

CT-Scan der Mumie (Quelle: Screenshot von You Tube Video – https://www.youtube.com/watch?v=h17NB8X4-0w)

CT-Scan der Mumie (Quelle: Screenshot von You Tube Video - https://www.youtube.com/watch?v=h17NB8X4-0w)

CT-Scan der Mumie (Quelle: Screenshot von You Tube Video – https://www.youtube.com/watch?v=h17NB8X4-0w)

Links:

Pressemitteilung des Krankenhauses zur Untersuchung der Mumie.

Pressemitteilung des Cincinnati Museum Center zur Utnersuchung der Mumie.

„Archäologie – Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte“ – Ein Online-Seminar der Zeit-Akademie

Die Zeit-Akademie bietet seit ihrer Gründung 2011 Seminare zu verschiedenen geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Themen an. Das Angebot umfasst Online-Seminare, DVDs und Audio-CDs. Zielgruppe sind wissbegierige Menschen mit Freude am Lernen, denen aber die Möglichkeiten oder die Zeit fehlt sich mit den für sie interessanten Themen intensiver auseinanderzusetzen. Diese Lücke will die Zeit-Akademie füllen, indem sie Seminare auf Universitätsniveau anbietet, die  zeitlich flexibel  und  von zu Hause, bzw. überall dort wo man einen Internet-Zugang hat, wahrgenommen werden können. Die Seminare erfordern keine Vorkenntnisse und werden besonders verständlich erläutert. Fragen können online an die jeweiligen Experten gerichtet werden. Das Konzept ist recht einfach und unkompliziert. Die Inhalte des jeweiligen Faches werden in ca. 30-minütige Lerneinheiten von einem renommierten Professoren bzw. Experten vorgetragen. Am Ende einer jeden Lerneinheit stellt sich der Fachmann in einem Interview den Fragen eines Redakteurs der Zeit und diskutiert bestimmte Einzelheiten.

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Das Seminar „Archäologie – Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte“ gliedern sich in 12 Lektionen, die in vier Blöcke gegliedert sind. Nach der ersten einführenden Lektion geht es chronologisch durch die Entwicklungsgeschichte des Menschen, beginnend mit den ersten Menschenformen vor 2,5 Millionen Jahren bis in die Neuzeit. Für jede Lektion wurde ein übergreifendes Thema ausgewählt, welches für die behandelte Epoche eine fundamentale Bedeutung hat. Jede Lektion ist in sich abgeschlossen, aus rein didaktischer Sicht empfiehlt es sich aber die Lektionen in der vorgegebenen Reihenfolge durchzunehmen. Das zu behandelnde Thema wird mit Beispielen und Grafiken unterfüttert. Die gezeigten  Animationen und Karten sind übersichtlich, nicht überladenen und kommen ohne hektische Effekte aus. Zusätzlich zum Seminar steht ein 95 seitiges  Begleitbuch  zum Download zur Verfügung. Es bietet zu jeder Lektion einen Begleittext, Literaturhinweisen und sogenannte „key learnings“. Diese fassen die Kernaussagen der Lektion knapp zusammen und eignen sich hervorragend um die  soeben  durchgenommene  Lektion  noch  einmal zu rekapitulieren. Das Layout und die Fotografien des  Begleitbuches  sind optisch sehr ansprechen.

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Mit  Prof. Hermann Parzinger (Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Freie Universität Berlin) hat man einen  der wohl am  häufigsten  ausgezeichneten Archäologen des Landes gewonnen.  Parzinger ist aufgrund seiner vielen Positionen und Ämter auch einer der bekanntesten Archäologen Deutschlands.  Dies könnte man allerdings auch kritisch sehen, denn vielleicht wäre ein Fachkollege, der noch mehr an der Basis der Archäologie ist und dort intensiv  arbeitet  und forscht, eine bessere Wahl gewesen.  Rein optisch  machen  die Videos einen sehr professionellen und auch ansprechenden Eindruck. Die Art und Weise, wie  Hermann Parzinger die Themen vorträgt ist sehr angenehm und hat nichts lehrerhaftes. Zur Verständlichkeit trägt der Verzicht auf gar zu viele Fachbegriffe bei.  Die Moderation des Interviews am Ende einer jeden Folge übernimmt Urs Willmann, Wissenschaftsredakteur der Zeit.  Jedes Interview hat eine bestimmte Fragestellung, die Atmosphäre ist locker und unverkrampft, die Teilnehmer wirken dabei sehr persönlich und menschlich. Hier werden werden bestimmte Themen der Lektion  noch einmal  näher beleuchtet und man bekommt auch einen Eindruck, wie in der Archäologie diskutiert und disputiert wird.

Interview

Mir persönlich hat die erste Lektion besonders gut gefallen, da hier mit den üblichen Klischees und  Irrtümern, wie z.B. dass Archäologie  mehr  ist als Ägypten und Pyramiden, Dinosaurier nicht von Archäologen ausgegraben werden und Indiana Jones nun  mal  reine Fiktion ist, aufgeräumt und dargelegt wird, was archäologisches Arbeiten  wirklich  ist. Klar wird hier auch, dass es „die Archäologie“ an sich nicht gibt, sondern dass sie ein Konglomerat aus vielen verschiedenen Fachbereichen und Disziplinen ist. Neben all den faszinierenden Dingen, die durch die Archäologie an Licht gebracht werden, fehlt es auch nicht an Selbstkritik, denn Wissenschaftler bzw. Archäologen machen Fehler. Und nicht zuletzt wird noch auf die politische Dimension der Archäologie hingewiesen, wie auch der politische Missbrauch des Faches. Die Inhalte der einzelnen Lektionen sind gut recherchiert, didaktisch durchdacht aufgebaut und  wissenschaftlich  fundiert.  Insgesamt betrachtet ist das Online-Seminar „Archäologie – Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte“ sehr zu empfehlen und nicht nur für  interessierte  Laien, sondern auch für Kollegen des Fachs interessant um bestimmte Themen  noch einmal  aufzufrischen.

Link: http://www.zeitakademie.de/archaeologie/

(Abbildungen mit freundlicher Genehmigung des Zeit-Verlages)

Portable XRF-Scanner – ein bisschen Star-Trek-Flair in der Archäologie

Auf den ersten Blick mutet es schon etwas sehr wie Science-Fiction an. Ein Archäologie hockt im Grabungsschnitt und zielt mit einem Gerät, dass aussieht wie die Space-Invader-Pistole seines Sohnes, auf ein Artefakt. Er drückt einen Knopf und „BING“, bekommt ein Ergebnis angezeigt.

Portabler XRF-Scanner im Einsatz  (Screenshot - Quelle: http://www.elleryfrahm.com/marie_curie_courses.html; 4.10.2013)

Portabler XRF-Scanner im Einsatz (Screenshot – Quelle: http://www.elleryfrahm.com/marie_curie_courses.html; 4.10.2013)

Portable XRF-Scanner werden immer beliebter in der Archäologie und auch im Museumsbereich. Ein Grund sich diese Geräte einmal näher anzuschauen. Was bedeutet eigentlich XRF? XRF steht für „X-ray fluorescence“, zu deutsch „Röntgenfluoreszenzanalyse“. Es handelt sich um eine zerstörungsfreie Methoden, mit der die qualitativen und quantitativen elementare Zusammensetzung einer Probe analysiert werden kann. Eine ganze Reihe an Materialen können untersucht werden, wie z.B. Metalle, Keramik, Feuerstein, Glas, Sedimente. Eine Einführung zur Anwendung der XRF-Analyse in der Archäologie gibt es hier.

Somit liegen die Vorteile eines portablen XRF-Scanners auf der Hand. Der portable Einsatz im Feld ermöglicht nun schon während der Grabung neue Erkenntnisse zu gewinnen, die möglicherweise z.B. den Verlauf oder den Schwerpunkt der Grabung beeinflussen können. Zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden sind uns Archäologen immer willkommen, schließlich sind die Artefakte oft Unikate. Andere Vorteile sind die einfache Anwendung (kein Spezialist nötig, nur kurze Einarbeitungszeit) und die geringen Kosten im Vergleich zu anderen Geräten, Laboranalysen etc. Natürlich hat diese Methode auch Schwächen. Die Probe muss größer als 10 mm und dicker als 2 mm sein, anderenfalls sind die Ergebnisse weniger exakt. Bei der portablen Methoden können nur Elemente von Titan (Ti) bis Niob (Nb) analysiert werden (s. Periodensystem). Kleine Mengen von Elementen können nicht charakterisiert werden.

Anwendungsmöglichkeiten bieten sich zum Beispiel bei der Analyse von Keramik und der dazugehörigen geologischen (Ton-)Schichten, wo z.B. Anhand der Informationen zur Magerung die Herstellungsorte unterschieden werden können. Eine deutsche Studie zu Anwendbarkeit der p-XRF-Methode bestätigt die Einsatzmöglichkeiten am Beispiel der Herkunftsbestimmung von römischer Keramik.

Bei der Anwendung des p-XRF-Scanners im Bereich der Feuerstein-Analyse sehe ich noch großes Potential. Die Zusammensetzung von Feuerstein gleicht einem Fingerabdruck, anhand dessen man den Ursprungsort des Rohmaterials eines Artefakts bestimmen kann. Mit dem Handscanner können nun im Feld in sehr kurzer Zeit große Mengen an Informationen gesammelt werden. Die sehr zeitaufwendigen und auch in der Quantität beschränkten Auswertungen im Labor entfallen.

p-XRF-Scanner bei der Aufnahme der geologischen Zusammensetung eines archäologischen Befundes (Screenshot - Quelle: http://blogs.oregonstate.edu/coopersferryarchaeology/2010/07/26/coopers-ferry-in-the-news-and-a-new-feature/ ; 4.10.2013)

p-XRF-Scanner bei der Aufnahme der geologischen Zusammensetzung eines archäologischen Befundes (Screenshot – Quelle: http://blogs.oregonstate.edu/coopersferryarchaeology/2010/07/26/coopers-ferry-in-the-news-and-a-new-feature/ ; 4.10.2013)

Interessant ist auch eine Arbeit zur Anwendung der p-XRF-Methode bei Moorleichen, wo wertvolle Informationen zum konservierten Körper und seiner Umgebung gesammelt werden können, die auch für die Konservierung der Moorleiche wichtig sind.

Im Museumsbereich können p-XRF-Scanner z.B. für den Nachweis von Pestiziden oder anderen Chemikalien verendet werden. Gerade die Konservierungsmethoden zu Beginn des 20. Jahrhundert bereiten heute im wahrsten Sinne des Wortes Kopfschmerzen, wie ich selber schon mit DDT an organischen Objekten  erleben „durfte“. Damals wurden Chemikalien verwendet, die heute immer noch toxisch sind oder nach fast 100 Jahren instabil werden und ihre Giftstoffe freisetzen (Einsatz eines p-XRF-Scanners in diesem Zusammenhang z.B. hier).

Links zu Artikeln und weiteren Informationen:

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ISSN für den Blog „Archäologie 2.0“

Der Blog „Archäologie 2.0“ verfügt ab sofort über eine eigenen ISSN-Nummer!

Archäologie 2.0   –  ISSN   2197-5264

Die ISSN für diesen Blog wird oben in der rechten Seitenleiste, als auch im Impressum angegeben.

ISSN Barcode explained, CC-BY-SA 3.0 (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Issn-barcode-explained.png)

ISSN Barcode explained, CC-BY-SA 3.0 (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Issn-barcode-explained.png)

Was ist die ISSN?

Die ISSN (International Standard Serial Number) ist eine international verbindliche Standardnummer und dient einzig – unabhängig von Sprache, Schrift, Zitierform, Erscheinungsweise, Verlag, Erscheinungsland u. a. – der kurzen unverwechselbaren Identifikation von fortlaufend erscheinenden Publikationen. Sie enthält keine inhaltlichen Informationen, wie z.B. über den Verleger oder das Erscheinungsland. Die ISSN ist eine achtstellige Zahl, die aus den (arabischen) Ziffern 0 – 9 gebildet wird. Sie wird durch die vorangestellten Buchstaben ISSN gekennzeichnet. Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer und kann auch ein „X“ sein (z. B. ISSN 0176-6996, ISSN 1430-855X).

(Zitat-Quelle: http://www.dnb.de/DE/Wir/Kooperation/ISSN/issnFAQ.html#doc32066bodyText9=

Für den Blog hat es einige Vorteile:

  • Weltweit eindeutigen Identifier
  • Der Blog ist mit seiner ISSN in die Bibliothekskataloge aufgenommen, so auch in der Deutschen Nationalbibliografie
  • Der Blog ist von der DNB in die Langzeitarchivierung aufgenommen worden
  • Die Zitirbarkeit von Blogbeiträge erheblich erleichtert worden

Die Erteilung der ISSN für Blogs steht in Deutschland noch am Anfang, in Frankreich ist man dort schon weiter.

Weiter Infos zur ISSN hier.

Zusammenstellung von freien GIS Programmen – Teil 4

Hier der vierte Teil der Zusammenstellung von freien GIS Programmen
(Quelle: Wikimedia - http://en.wikipedia.org/wiki/File:Mapnik-logo.png / GNU General Public License)

(Quelle: Wikimedia – http://en.wikipedia.org/wiki/File:Mapnik-logo.png / GNU General Public License)

Mapnik ist ein Open Source Mapping Toolkit für die desktop- und serverbasierte Kartendarstellung. Unter anderem wird Mapnik auch im OpenStreetMap Projekt eingesetzt. Mapnik unterstützt durch entsprechende Plugins eine Anzahl an verschiedenen Datenformaten, wie z.B. Shapefile, PostGIS, geoTIFF. Z.Zt. werden u.a. Plugins verwendet die OGR  (OGR Simple Features Library) und GDAL (Geospatial Data Abstraction Library) nutzen. Lauffähig ist es unter Mac OS, Windows und Unix-Systemen wie Linus oder Solaris. Außerdem existiert ein Tool (osm2pgsql), dass OpenStreetMap Daten konvertiert um sie in PostgreSQL Anwendungen zu importieren.

(Quelle: Screenshot - http://gvsigce.sourceforge.net/joomla/; 18.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://gvsigce.sourceforge.net/joomla/; 18.2.2013)

gvSIG ist ein sehr umfangreiches freies Desktop-GIS. Die mittlerweile schon drei Jahre alten Version gvSIG OADE (2010) von Oxford Archaeology stellt die Vorgängerversion der erweiterten und offen entwickelten Version gvSIG CE dar. Besonders interessant ist die Integration von Tools bzw. GIS-Programmen wie SAGA, GRASS GIS und Sextante. Insgesamt stehen über 700 Tools zur Geodatenprozessierung und -verwaltung, Gestaltung von Karten und der Vektor- sowie Rasterdatenverarbeitung zur Verfügung. Äußerst praktikabel ist die portable Nutzungsmöglichkeit von gvSIG CE, z.B. auf einem USB-Stick, und seine Lauffähigkeit unter verschiedenen Betriebssystemen wie Mac OS X, Windows und Linux. In der Anwendung ist gvSIG komplexer als andere freie GIS-Systeme, ist aber von seinem Funktionsumfang durchaus mit kommerziellen GIS-Programmen vergleichbar.

3D-Drucker helfen bei der zerstörungsfreien Untersuchung von Mumien

Seit einiger Zeit verfolge ich die Entwicklung und die Möglichkeiten des 3D-Drucks und mir Gedanken über ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Archäologie gemacht.

Katzenmumie und 3D-Druck des Skeletts (Screenshot von http://www.youtube.com/watch?v=T-pOwKlikeQ#at=43)

Katzenmumie und 3D-Druck des Skeletts (Screenshot von http://www.youtube.com/watch?v=T-pOwKlikeQ#at=43)

Die hier gezeigte Anwendung stellt gerade zu ein Paradebeispiel für den Nutzen dieser noch recht neuen Technologie für die Wissenschaft dar. Brasilianische Forscher des Nationalmuseums in Rio de Janeiro haben anhand der CT-Scans einer Katzenmumie ein 3D-Modell erstellt und dieses dreidimensional ausgedruckt. Dadurch konnten man das Skelett der Katze untersuchen ohne die Mumie zu öffnen. So können z.B. auch pathologische Veränderungen der Knochen z.B.  Krankheit oder Verletzung erkannt werden und ein Stück der Lebensgeschichte der Mumie rekonstruiert werden.  Außerdem kann der 3D-Druck auch z.B. in einer Museumsausstellung direkt neben der Original-Mumie präsentiert werden

Einsatzmöglichkeiten des Google`s Chromecast

Auch wenn in Technik-Kreisen Google`s Chromcast als kein so großer neuer Wurf gewertet wird, so birgt das kleine Gerät doch einige nützliche Möglichkeiten für die archäologische (Feld-)Arbeit.

Zur Technik:

Das Chromecast ist ein kleines Gerät, dass in den HDMI-Eingang eines TV-Gerätes gesteckt wird.  Es ermöglicht die Datenübertragung vom Smartphone, Tablet (Android- wie auch iOS-Systeme) oder auch Laptop zum TV-Gerät. Hierbei werden z.B. Netflix, YouTube, Google Play, der Chrome-Browser also auch Fotos aus den Alben in G + berücksichtigt. Das Smartphone oder Tablet fungiert hier als Datenträger bzw. -bereitsteller, als auch als Fernbedienung. Preislich ist es mit ca. 35 $ noch recht günstig.

Das Video zeigt die Funktionsweise des Chromecast:

Größter Kritikpunkt bisher war das werkseitige Fehlen der Möglichkeit andere Inhalte (also andere als von Netflix, YouTube etc.) aus dem Speicher des Endgerätes, z.B. Videos, Filme, usw., direkt auf das Chromecast zu streamen. Allerdings existiert bereits ein App, dass diesen Mangel abstellt, wie das folgende Video demonstriert:

So soll z.B. auch das Streamen direkt aus einer Dropbox möglich sein. Allerdings ist es z.B. im Google Play Store noch nicht verfügbar und der Entwickler wird es sicher nicht kostenlos zur Verfügung stellen. Aber es wird sicher nur eine Frage der Zeit sein bis vergleichbare kostenlose Apps auftauchen.

Allerdings gibt es auch die Möglichkeit von einen PC / Laptop aus über den Google Chrome-Browser mit der installierten Erweiterung Google Cast lokale Videodateien zu streamen. Per Drag and Drop können so auf der Festplatte gespeicherte Videos einfach in den Browser gezogen und mit dem Chromecast auf das TV-Gerät übertragen werden.  Dies konnte mit den Video-Formaten .avi, .mov und .mkv erfolgreich getestet werden.

Und wie kann ich das Gerät nun in der Archäologie einsetzen?

Ganz einfach: Immer dann wenn Bild- oder Videomaterial präsentiert werden muss. Man stelle sich eine Besprechung oder Präsentation der aktuellen Situation auf einer Ausgrabung im Ausland vor. Nur selten hab man ausgerechnet bei einer Feldkampagne im Ausland (oder auch in abgelegenen Gegenden des Inlandes) einen Beamer dabei. Ein TV-Gerät mit HDMI-Eingang im Grabungshaus oder Hotelzimmer ist da sehr viel wahrscheinlicher, zumal in ein paar Jahren vermutlich kaum noch TV-Geräte ohne HDMI-Anschluss vorhanden sein werden.

Oder eine kurze Besprechung über die Ausgrabung mit dem Bauträger im Büro, Präsentationen in der Universität oder Schulen. Und überall dort, wo gerade kein Beamer und Laptop zur Verfügung steht. Spontane Präsentationen von Grabungsfotos, Videos von 3D-Animationen, usw. Man muss eben nicht den Laptop und Beamer mit sich herumschleppen, sondern nur das Smarthphone (das mittlerweile als ständiger Begleiter anzusehen ist) und das in jede Jackentasche passende Chromecast.

Auch der Einsatz zur Präsentation von Bild und Videomaterial in Ausstellungen bzw. im musealen Raum ist denkbar. Sicher sind spezielle Media-Stationen die bessere Wahl, aber auch nicht immer billig und meist nur durch Fachpersonal einzurichten. Für ein kleines Heimatmuseum böte sich aber so eine recht unkomplizierte Möglichkeit durch das Chromecast auf einem handelsüblichen TV-Gerät Bild- und Videomaterial zu präsentieren und so die Ausstellung aufzuwerten und attraktiver zu gestalten. Die Zukunft wird zeigen welche Möglichkeiten sich hier bieten werden.

Chris Webster machte mich auf das Thema durch einen Post im Netzwerk LinkedIn aufmerksam.

„GIS? Das ist doch so modernes Zeug!“ Von wegen! GRASS GIS ist 30!

Hin und wieder bekommt man bzw. der Archäologe zu hören, dass die Anwendung von GIS „so modernes Zeug“ oder ein „hippes Analyse-Gedöns“ ist.

Weit gefehlt: GRASS GIS z.B. feierte diese Jahr seinen dreißigsten Geburtstag! GIS ist also alles andere als ein „modernes“ Analyse-Tool. Es ist zu hoffen, dass dies auch einmal in den Köpfen einiger Kollegen ankommt. GIS ist nicht die Wunderlösung für alle archäologischen Probleme, sollte aber ein essentieller Bestandteil bei der Auswertung von Fundplätzen oder Landschaften sein.

Dazu ein fast schon nostalgisches, aber bezüglich Anwendung immer noch aktuelles, Video über GRASS GIS von 1987:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=U3Hf0qI4JLc&feature=player_embedded&w=640&h=360]

rebloggt von digital-geography.com:

30 years of GRASS: a critical birthday comment

Dear GRASS GIS: Happy birthday! There has been a lot movement in the last decades and you enriched our workflows and our way of spatial thinking. There were books written for you , movies filmed for you and you’ve got your very …..

Weiterlesen…

Die App des Neanderthal Museums in Mettmann

Smartphones sind allgegenwärtig und mittlerweile ein Teil unseres Alltags und unserer Kultur. Daher ist es umso erfreulicher, dass immer mehr Museen dieses Medium nutzen um mit seiner Hilfe Inhalte bzw. Wissen den Menschen und potentiellen Museumsbesuchern zu vermitteln. Nicht immer muss die Nutzung einer Museums-App nur auf den Gebrauch im Museum beschränkt sein. Seine Inhalte können auch ohne Museumsbesuch konsumiert werden und dienen so der Wissensvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit. Ein vorbildliches Beispiel ist die App des Neanderthal Museums in Mettmann. Sie stellt eine hervorragende Ergänzung zum Museumsbesuch dar.

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

Es werden Informationen über das Museum und zu Veranstaltungen, ein Locationguide, Audioguides zu den Stationen im Museum und die direkte Verlinkung mit den Social Media Anwendungen (Newsletter, Facebook, E-Mail-Empfehlung) des Neanderthal Museums im Web angeboten. Neben einer kurzen Einführung zur Dauerausstellung wird auch über Sonder- und kommende Ausstellungen informiert.

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

Es stehen vier verschiedene Audioguides zur Verfügung, zur Dauerausstellung, zur Fundstelle, zum Kunstweg und ein spezieller Guide für Kinder. Die einzelnen Audioguides  führen durch die jeweiligen Stationen, die alle einzeln ausgewählt werden können. Besonders der eigens für Kinder erstellte Audioguide ist der richtige Weg, um auch jungen Museumsbesuchern Informationen zu vermitteln. Die Audioguides eignen sich auch als kurzweilige Unterhaltung oder neudeutsch „Infotainment“, z.B. bei Bahnfahrten. Leider stehen in der Android-App die Guides für Kinder sowie für den Kunstweg (noch) nicht zur Verfügung. Die App kann mit ihrer Fülle an Informationen sowohl direkt in der Ausstellung, als auch zur Vor- oder Nachbereitung des Museumsbesuchs genutzt werden.

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

(Quelle: Neanderthal Museum; 7.8.2013)

Der Locationguide gibt Auskünfte zur Fundstelle, dem Kunstweg, Freizeitaktivitäten (Spielplatz, Minigolf, Wildgehege) und der Gastronomie in der unmittelbaren Umgebung des Museums. Außerdem werden Informationen zur Anreise, Parkplätzen, Barrierefreiheit, Gastronomie, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen, Museumsführer oder Kindergeburtstagen, sowie ein FAQ (Frequently Asked Questions) angeboten. Die App wird kostenlos sowohl für Android als auch IOS angeboten.

 

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