„Archäologie – Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte“ – Ein Online-Seminar der Zeit-Akademie

Die Zeit-Akademie bietet seit ihrer Gründung 2011 Seminare zu verschiedenen geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Themen an. Das Angebot umfasst Online-Seminare, DVDs und Audio-CDs. Zielgruppe sind wissbegierige Menschen mit Freude am Lernen, denen aber die Möglichkeiten oder die Zeit fehlt sich mit den für sie interessanten Themen intensiver auseinanderzusetzen. Diese Lücke will die Zeit-Akademie füllen, indem sie Seminare auf Universitätsniveau anbietet, die  zeitlich flexibel  und  von zu Hause, bzw. überall dort wo man einen Internet-Zugang hat, wahrgenommen werden können. Die Seminare erfordern keine Vorkenntnisse und werden besonders verständlich erläutert. Fragen können online an die jeweiligen Experten gerichtet werden. Das Konzept ist recht einfach und unkompliziert. Die Inhalte des jeweiligen Faches werden in ca. 30-minütige Lerneinheiten von einem renommierten Professoren bzw. Experten vorgetragen. Am Ende einer jeden Lerneinheit stellt sich der Fachmann in einem Interview den Fragen eines Redakteurs der Zeit und diskutiert bestimmte Einzelheiten.

Lektion_09_Museum_Totale

Das Seminar „Archäologie – Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte“ gliedern sich in 12 Lektionen, die in vier Blöcke gegliedert sind. Nach der ersten einführenden Lektion geht es chronologisch durch die Entwicklungsgeschichte des Menschen, beginnend mit den ersten Menschenformen vor 2,5 Millionen Jahren bis in die Neuzeit. Für jede Lektion wurde ein übergreifendes Thema ausgewählt, welches für die behandelte Epoche eine fundamentale Bedeutung hat. Jede Lektion ist in sich abgeschlossen, aus rein didaktischer Sicht empfiehlt es sich aber die Lektionen in der vorgegebenen Reihenfolge durchzunehmen. Das zu behandelnde Thema wird mit Beispielen und Grafiken unterfüttert. Die gezeigten  Animationen und Karten sind übersichtlich, nicht überladenen und kommen ohne hektische Effekte aus. Zusätzlich zum Seminar steht ein 95 seitiges  Begleitbuch  zum Download zur Verfügung. Es bietet zu jeder Lektion einen Begleittext, Literaturhinweisen und sogenannte „key learnings“. Diese fassen die Kernaussagen der Lektion knapp zusammen und eignen sich hervorragend um die  soeben  durchgenommene  Lektion  noch  einmal zu rekapitulieren. Das Layout und die Fotografien des  Begleitbuches  sind optisch sehr ansprechen.

Lektion_02_Faustkeil

Mit  Prof. Hermann Parzinger (Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Freie Universität Berlin) hat man einen  der wohl am  häufigsten  ausgezeichneten Archäologen des Landes gewonnen.  Parzinger ist aufgrund seiner vielen Positionen und Ämter auch einer der bekanntesten Archäologen Deutschlands.  Dies könnte man allerdings auch kritisch sehen, denn vielleicht wäre ein Fachkollege, der noch mehr an der Basis der Archäologie ist und dort intensiv  arbeitet  und forscht, eine bessere Wahl gewesen.  Rein optisch  machen  die Videos einen sehr professionellen und auch ansprechenden Eindruck. Die Art und Weise, wie  Hermann Parzinger die Themen vorträgt ist sehr angenehm und hat nichts lehrerhaftes. Zur Verständlichkeit trägt der Verzicht auf gar zu viele Fachbegriffe bei.  Die Moderation des Interviews am Ende einer jeden Folge übernimmt Urs Willmann, Wissenschaftsredakteur der Zeit.  Jedes Interview hat eine bestimmte Fragestellung, die Atmosphäre ist locker und unverkrampft, die Teilnehmer wirken dabei sehr persönlich und menschlich. Hier werden werden bestimmte Themen der Lektion  noch einmal  näher beleuchtet und man bekommt auch einen Eindruck, wie in der Archäologie diskutiert und disputiert wird.

Interview

Mir persönlich hat die erste Lektion besonders gut gefallen, da hier mit den üblichen Klischees und  Irrtümern, wie z.B. dass Archäologie  mehr  ist als Ägypten und Pyramiden, Dinosaurier nicht von Archäologen ausgegraben werden und Indiana Jones nun  mal  reine Fiktion ist, aufgeräumt und dargelegt wird, was archäologisches Arbeiten  wirklich  ist. Klar wird hier auch, dass es „die Archäologie“ an sich nicht gibt, sondern dass sie ein Konglomerat aus vielen verschiedenen Fachbereichen und Disziplinen ist. Neben all den faszinierenden Dingen, die durch die Archäologie an Licht gebracht werden, fehlt es auch nicht an Selbstkritik, denn Wissenschaftler bzw. Archäologen machen Fehler. Und nicht zuletzt wird noch auf die politische Dimension der Archäologie hingewiesen, wie auch der politische Missbrauch des Faches. Die Inhalte der einzelnen Lektionen sind gut recherchiert, didaktisch durchdacht aufgebaut und  wissenschaftlich  fundiert.  Insgesamt betrachtet ist das Online-Seminar „Archäologie – Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte“ sehr zu empfehlen und nicht nur für  interessierte  Laien, sondern auch für Kollegen des Fachs interessant um bestimmte Themen  noch einmal  aufzufrischen.

Link: http://www.zeitakademie.de/archaeologie/

(Abbildungen mit freundlicher Genehmigung des Zeit-Verlages)
Advertisements

Datenmanagement archäologischer Daten – Best Practice und Wirklichkeit

Reblogt von: The New Archaeology of the Mediterranean World

Vom 3. bis 6. Januar 2013 fand das Annual Meeting des Archaeological Institute of America in Seattle statt.

Die Beiträge der Session 7G: Colloquium – Managing Archaeological Data in the Digital Age: Best Practices and Realities wurden als Video auf YouTube veröffentlicht.

Deb Brown nachte die Videos öffentlich zugänglich. Bill Caraher, einer der Sprecher, hat sie sehr übersichtlich zusammengestellt und in seinem Blog gepostet.

[Original Artikel: This past week, Deb Brown, who co-organized our panel at the Archaeological Institute of America’s annual meeting made the talks available on the YouTubes. All the papers were very solid on this panel and it provides a nice overview of the state of the field. I offered a reflection on the paper in their immediate aftermath here and have more to say on the topic in here. Keep your eyes open for the next issue of Near Eastern Archaeology for some additional thoughts on the topic (with a more practical perspective) by David PettegrewSam Fee, and me. (Hopefully we can make a pre-print of that available sometime soon). So here are the papers in one handy place.]

 

Archaeological Data and Small Projects: A Case Study from the Pyla-Koustopetria Archaeological Project on Cyprus. William R. Caraher (UND), R. Scott Moore (IUP), David K. Pettegrew (Messiah College), and Sam Fee (Washington and Jefferson College)

Digital Archaeology and the 100-Year Archive: Experiments in Field Recording, Dissemination, and Long-Term Data Preservation at Chersonesos (Crimea, Ukraine). Adam Rabinowitz, University of Texas at Austin, Jessica Trelogan, University of Texas at Austin, and Maria Esteva, University of Texas at Austin

Ur Digitization Project: Creating a Digital Research Tool for a Divided Collection. William B. Hafford, University of Pennsylvania Museum

The Archaeological Resource Cataloging System (ARCS): A New Practical Approach for Archives, Scholarly Access, and Learning. Timothy E. Gregory, The Ohio State University, and Jon M. Frey, Michigan State University

Providing for Access to and Preservation of Archaeological Information Using Digital Technology. Francis P. McManamon, Arizona State University, Adam Brin, Arizona State University, Mary Whelan, Arizona State University.

Lucie Wall Stylianopoulos, Discussant, on Managing Archaeological Data

In eigener Sache: Jobsuche !

Ich suche eine Beschäftigung als Archäologe, Museumsmitarbeiter oder im Bereich Digitalisierung und Social Media.
Besuchen Sie meine about.me-Seite und finden Sie mehr über mich heraus….
Bitte weiter teilen!

Vorstellung des Portals der Vereinigung Westfälischer Museen auf museum-digital

Gestern wurde von der Vereinigung Westfälischer Museen e.V. im Archäologischen Museum der Universität Münster der Presse eine neue Internet-Objektdatenbank vorgestellt, ein „Objektportal“ auf museum-digital als online gestellte Datenbank, die den westfälischen Museen eine Plattform bietet, ihre Schätze online zu präsentieren. Dort sind nicht nur archäologische Stücke, sondern Objekte aus der ganzen Vielfalt der Museumslandschaft zu finden.

Museen arbeiten mit originalen, nicht mit virtuellen Objekten. Sie nutzen das Internet bisher als Medium für die Bewerbung von Ausstellungen und Aktivitäten. Als Medium für die Publikation von Objekten und ganzen Sammlungen dagegen wird es in Westfalen noch kaum genutzt. Archive und Bibliotheken haben ihre Bestände vielfach schon online erschlossen – Museen sind noch längst nicht so weit.

Der Vorsitzende der Vereinigung westfälischer Museen, Dr. Eckhard Trox (Lüdenscheid), hat nun in Münster ein „Objektportal“ vorgestellt, eine online gestellte Datenbank, die den westfälischen Museen eine Plattform bietet, ihre Schätze online zu präsentieren. Die Website, vom Institut für Museumskunde in Berlin entwickelt, ist ein niedrigschwelliges, für die Museen kostengünstiges Angebot zur Präsentation von Objekten. Es ist an die übergreifenden europäischen Objektportale (EUROPEANA) angeschlossen, die die eingestellten Objekte – vom Rubens-Gemälde aus dem Siegerlandmuseum bis zur Münze aus dem Heimatmuseum Marsberg – überall verfügbar machen.

Seit 2010 arbeitete ein Arbeitskreis unter Leitung von Manfred Hartmann (LWL-Museumsamt) an dem Projekt; und im Herbst letzten Jahres konnte Guido Nockemann (Marsberg), der ein solches Portal mit „museum-digital“ schon in Ostwestfalen realisiert hat, für den Ausbau gewonnen werden. Die Zahl der beteiligten Museen hat sich von 10 auf knapp 30 verdreifacht. Entscheidend dabei war, Mitarbeiter in den Museen zu schulen und in die Lage zu versetzen, selbständig weitere Exponate ins Netz einzustellen.

Damit ist zumindest ein Anfang gemacht! Bis alle (geschätzt) 10-20 Millionen Objekte der 160 Mitgliedsmuseen der westfälischen Museumsvereinigung – also die mobilen Kulturgüter in Öffentlichem Besitz in Westfalen ! – dort recherchierbar sein werden, wird es lange, vielleicht Jahrzehnte brauchen. „Die Museen allein“ – so der Vorsitzende Eckhard Trox – „können das nicht stemmen. Hier sind die Museumsträger gefragt, das Projekt zu priorisieren und Mittel bereitzustellen! Und das Land und der Bund, die die Digitalisierung der Bibliotheken und Archive schon mit erheblichen Sondermitteln gefördert haben. Anders als Bücher und Aktentitel sind Museumsobjekte viel aufwändiger, da man immer ein Bild braucht“.

Foto: Startschuss für www.museum-digital.de/westfalen im Archäologischen Museum der Universität Münster: v.r. Dr. Eckhard Trox (VWM-Vorsitzender) – Manfred Hartmann (VWMArbeitskreis Sammlungen und Internet) – Guido Nockemann (Spezialist für museum-digital)

Foto: Startschuss für http://www.museum-digital.de/westfalen im Archäologischen Museum der Universität Münster: v.r. Dr. Eckhard Trox (VWM-Vorsitzender) – Manfred Hartmann (VWMArbeitskreis Sammlungen und Internet) – Guido Nockemann (Spezialist für museum-digital)

Quelle: Text und Foto der Pressemitteilung der Vereinigung Westfälischer Museen e.V. vom 23.1.2012

%d Bloggern gefällt das: