Neuer Masterstudiengang „Digitale Denkmaltechnologien“

Neben dem bereits seit vielen Jahren laufenden Masterstudiengang „Denkmalpflege“ können die Hochschulen Coburg und die Universität Bamberg nun durch eine Förderung vom 3 Mio. Euro den Masterstudiengang „Digitale Denkmaltechnologien“ einrichten.

Das Geld stammt auf dem Förderprogramm „Digitaler Campus Bayern“ mit dem das Wissenschaftsministerium bayrische Hochschulen beim Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur und spezifischer Lehrangebote zu Informationstechnologien unterstützen will. Die Förderung hat eine Laufzeit von insgesamt fünf Jahren.

IT und Denkmalschutz vereint: Studierende untersuchen mit einem 3D-Scanner Wandmalereien in der Aula der Universität Bamberg. Bild: Tim Kipphan/Universität Bamberg

IT und Denkmalschutz vereint: Studierende untersuchen mit einem 3D-Scanner Wandmalereien in der Aula der Universität Bamberg. Bild: Tim Kipphan/Universität Bamberg

Inhaltlich richtet sich der Fokus des Studiengangs auf die Erfassung und Bewertung digitaler Daten von Denkmälern. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung ist der Studiengang als Weiterqualifizierung für Absolventen der Fachrichtungen Architektur, Restaurierung, Archäologie, Vermessungskunde, Kommunikationsdesign, Bauingenieurwesen, Kulturgutsicherung, Informatik, Kulturmanagement und auch Geographie gedacht.

Dieser Studiengang ist eigentlich seid langem schon überfällig, da moderne und computergestützte Methoden schon lange in der Denkmalpflege genutzt werden. Allerdings wird das Fachwissen zum Umgang mit ihnen meist im Learning-by-doing-Verfahren erworben. Der neue Studiengang ermöglicht es dieses Fachwissen einmal in seiner ganzen Breite kennen zulernen und auch anzuwenden. So sollen die Studenten bereits während des Studiums mit der Denkmalpflege, den Landesdenkmalämtern oder Planungsämtern in praxisorientierten Projekten interdisziplinär zusammenarbeiten.

Links:

Digitale Denkmaltechnologie in Coburg und Bamberg studieren

Masterstudiengang Digitale Denkmaltechnologien

Masterstudiengang Denkmalpflege an der Universität Bamberg

Masterstudiengang Denkmalpflege an der Hochschule Coburg

Förderprogramm „Digitaler Campus Bayern“

IT-Empfehlungen für Altertumswissenschaften – Nachtrag zu Forschungsdaten und Archivierung

Ein kurzer Nachtrag zu meinem letzen Blogbeitrag „Forschungsdaten und Archivierung„.

(Quelle: Screenshot http://www.ianus-fdz.de/)

(Quelle: Screenshot ttp://www.ianus-fdz.de/)

IANUS, das Forschungsdatenzentrum Archäologie & Altertums- wissenschaften, hat seine IT-Empfehlungen für Altertumswissenschaften aktualisiert. Hier bekommt man recht übersichtlich umfangreiche Informationen zum Umgang mit Forschungsdaten. Auch werden einzelne Dateiformate besprochen. Die Empfehlungen gibt es auch als Download.

IANUS ist ein von der DFG gefördertes Projekt zum Aufbau eines nationalen Forschungsdatenzentrums für die Archäologien und Altertumswissenschaften in Deutschland.

Links:

IANUS -Forschungsdatenzentrum Archäologie & Altertumswissenschaften

IANUS – IT-Empfehlungen für Altertumswissenschaften

IANUS – IT-Empfehlungen für Altertumswissenschaften als Download

Forschungsdaten und Archivierung

Forschungsdaten

Forschungsdaten, wir Wissenschaftler produzieren sie ständig, aber leider kümmern wir uns oft nicht ausreichend um sie. Hier nun ein aktuelle Beispiel dafür, dass man sich um die Archivierung seiner elektronischen Forschungsdaten Gedanken machen sollte….nein muss!

Vor gut zehn Jahren wurde an der  Universität Basel der Aufbau einer Datenbank abgeschlossen, in der 160 000 Datensätze zu einer bestimmten Vase auf der die Entführung von Europa durch Zeus dargestellt ist gespeichert wurden. Das unter anderem vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Millionen-Projekt lief ganze 20 Jahre und trug Daten zur griechische Mythologie zusammen. Der Server auf dem die Daten liegen und online abgerufen werden können steht im Rechenzentrum der Universität Basel.

Und da setzen auch schon die Probleme an. Die Firma, die den Server pflegte, existiert nicht mehr und das Passwort zum Server ist verloren gegangen.  So musste man sich in das alte System einhacken und mit viel Arbeit und Mühe die Daten vom alten Windows-NT-System retten und auf ein neues System transferieren. Allerdings kommt man immer noch nur über den alten Server in die Datenbank! Hier ist noch viel Arbeit nötig.

Glücklicherweise fordert der Schweizerische Nationalfond bei neuen Projekten direkt ein Konzept ein, wie die durch das jeweilige Projekt produzierten Daten auch langfristig archiviert werden können. Im vorliegenden Fall scheint es ja noch ein gutes Ende zu nehmen, aber wer weiß schon wie viele Forschungsdaten in den unzähligen Projekten mittlerweile verloren gegangen sind.

Zum Glück wird dieses Problem den Wissenschaftlern langsam bewusst und es gibt Initiativen und Leitlinen zu diesem Thema. Beispiele dazu unter den Links.

Links:

Millionenprojekt der Universität Basel ruht auf Schrott-PC

DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten

Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten

Langzeitarchivierung von Forschungsdaten – Eine Bestandsaufnahme

Forschungsdaten

forschungsdaten.org

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