Beiträge der CAA Proceedings online

Die Proceedings der CAA (Computer Applications in Archaeology) sind bzw. werden online gestellt.

Bisher sind 627 Beiträge aus den Jahrgänge 1973 bis 1998 als PDF online, die folgenden sollen im Laufe des Jahres folgen.

Angekündigte Streichung der Landeszuschüsse für die Archäologie und Denkmalpflege!

Ohne Mittel wird es bald keine Archäologie in NRW mehr geben…..und damit auch keine Archäologie 2.0!

Um was geht es?

Die Landeszuschüsse für die Archäologie und Denkmalpflege in NRW sollen gestrichen werden.

…und dann? Ist unsere Kultur und unsere eigene Geschichte nichts mehr wert?

Hier geht es zur Petition für die Rücknahme der angekündigten Streichungen.

Mehr zum Thema auf der Seite der DGUF und auf dem Blog von Archaeologik (mit einer Menge an weiterführenden Links)

Datenmanagement archäologischer Daten – Best Practice und Wirklichkeit

Reblogt von: The New Archaeology of the Mediterranean World

Vom 3. bis 6. Januar 2013 fand das Annual Meeting des Archaeological Institute of America in Seattle statt.

Die Beiträge der Session 7G: Colloquium – Managing Archaeological Data in the Digital Age: Best Practices and Realities wurden als Video auf YouTube veröffentlicht.

Deb Brown nachte die Videos öffentlich zugänglich. Bill Caraher, einer der Sprecher, hat sie sehr übersichtlich zusammengestellt und in seinem Blog gepostet.

[Original Artikel: This past week, Deb Brown, who co-organized our panel at the Archaeological Institute of America’s annual meeting made the talks available on the YouTubes. All the papers were very solid on this panel and it provides a nice overview of the state of the field. I offered a reflection on the paper in their immediate aftermath here and have more to say on the topic in here. Keep your eyes open for the next issue of Near Eastern Archaeology for some additional thoughts on the topic (with a more practical perspective) by David PettegrewSam Fee, and me. (Hopefully we can make a pre-print of that available sometime soon). So here are the papers in one handy place.]

 

Archaeological Data and Small Projects: A Case Study from the Pyla-Koustopetria Archaeological Project on Cyprus. William R. Caraher (UND), R. Scott Moore (IUP), David K. Pettegrew (Messiah College), and Sam Fee (Washington and Jefferson College)

Digital Archaeology and the 100-Year Archive: Experiments in Field Recording, Dissemination, and Long-Term Data Preservation at Chersonesos (Crimea, Ukraine). Adam Rabinowitz, University of Texas at Austin, Jessica Trelogan, University of Texas at Austin, and Maria Esteva, University of Texas at Austin

Ur Digitization Project: Creating a Digital Research Tool for a Divided Collection. William B. Hafford, University of Pennsylvania Museum

The Archaeological Resource Cataloging System (ARCS): A New Practical Approach for Archives, Scholarly Access, and Learning. Timothy E. Gregory, The Ohio State University, and Jon M. Frey, Michigan State University

Providing for Access to and Preservation of Archaeological Information Using Digital Technology. Francis P. McManamon, Arizona State University, Adam Brin, Arizona State University, Mary Whelan, Arizona State University.

Lucie Wall Stylianopoulos, Discussant, on Managing Archaeological Data

Nachrichtendienst für Historiker (NFH) wegen LSR offline

Nachrichtendienst für Historiker (NFH) wegen LSR offline (Artikel bei Heise.de)

Der Nachrichtendienst für Historiker (NFH) stellt wegen der Entscheidung zum LSR erstmal seinen Dienst ein.

Aufgrund der unsicheren Rechtslage bezüglich des Leistungsschutzrechtes will der Betreiber erst einmal abwarten. Verständlich, denn er wie auch andere Newsaggregatoren betreiben solche Dienste nicht mit wirtschaftlichem Hintergrund. Entweder aus Freude an der Sache und /oder aus wissenschaftlichem Antrieb. Und diese Menschen haben keine findige Rechtsabteilung die sie vor Schaden bewahrt.

Schade ist auch, dass Google bisher noch keine klare Stellung bezogen hat. Außerdem wird befürchtet, dass Google einen Deal mit den Verlegern eingeht. Verlierer sind die kleinen und „ehrenamtlichen“ Dienste.

Auch mein „Archäologe 2.0“ bzw. die „Archäologischen Nachrichten“ ist davon betroffen. Im Zweifelsfall werde ich dort nur noch auf unbedenkliche Quellen zurückgreifen, d.h. Quellen aus dem Ausland oder solche bei denen klar ist, dass sie keinen Anspruch im Sinne des LSR erheben wollen.

Auf jeden Fall wird dadurch die Newslandschaft im deutschen Web wesentlich ärmer. Das könnte der Beginn einer traurigen Entwicklung sein…unsere Politik versagt ja offenbar und handelt ausschließlich im Sinne der Verleger, die es seit Jahren versäumt haben ihre Geschäftsmodelle der Realität anzupassen.

3D-Photogrammetrie in der Höhlenforschung

Als Ergänzung zu meinem Beitrag zu GIS-Software in der Höhlenforschung hier etwas zum Thema 3D-Photogrammetrie:

Selbstverständlich ist eine Laservermessung sehr viel präziser als die 3D-Rekonstruktion durch das Structure-from-Motion-Verfahren. Aber bei Forschungsprojekten ist ja meist der Kostenfaktor ein wichtiges Argument. Und auch die Laservermessung hat Grenzen, gerade in der Speologie oder der Dokumentation von Bergbaugängen. In solchen beengten Räumlichkeiten ist ein Laserscanner gar nicht einsetzbar, da er einen bestimmten Mindestabstand zum abzutastenden Objekt wie auch einen festen Stand durch ein Stativ benötigt.

Wie diese Video über die Arbeit von Wissenschaftler der Technischen Universität Clausthal zeigt, konnten sie durch das SfM-Verfahren selbst sehr enge Kriechgänge rekonstruieren. Hier gibt es einen Online-Artikel zum Projekt.

Auch die Art der Präsentation der Ergebnisse ist interessant:

  • Mit einem WebGL-fähigen-Browser kann man hier z.B. das 3D-Modell der Bielshöhle befahren.
  • Das Modell der Schachtplombe „Siebte Bühner Strecke/Marienschacht“ in Clausthal-Zellerfeld wurde in ein 3D-PDF integriert, was man sich hier anschauen kann.

GIS-Software für die Höhlenforschung

GIS-Software für die Höhlenforschung

Bei einer Suche nach freien GIS Programmen (Siehe dazu Teil 1, 2 und 3) bin ich auch auf Software gestoßen, die vorrangig für die Dokumentation von Höhlen erstellt wurde und die ich hier gesondert vorstellen möchte.

Therion

(Quelle: Screenshot – http://therion.speleo.sk/ ; 3.3.2013)

(Quelle: Screenshot – http://therion.speleo.sk/ ; 3.3.2013)

Therion ist ein Programmpaket zur Verarbeitung von Surveydaten und zur Erstellung von Karten und 3D-Höhlenmodellen. Es arbeitet plattformübergreifend und wurde unter der GNU GPL Lizenz veröffentlicht. Einer der Vorteile des Programms ist die dynamische Einrichtung der Karten, d.h. nach Veränderungen wird das Ergebnis automatisch aktualisiert. Des Weiteren können aus 2D-Karten 3D-Modelle erstellt werden. Wie die Karten aussehen können, kann man hier einsehen. Dieser Artikel gibt einen guten Überblick über den Leistungsumfang und die Möglichkeiten von Therion.

Walls

Walls ist ein Werkzeug zur Bearbeitung von Surveydaten aus Höhlen. Das letzte Update ist sehr aktuell (31.2.2013), was darauf hindeutet, das die Entwicklung des Programms fortgesetzt wird. Die kurze Durchsicht des Handbuchs zeigt, dass die Funktionalität offenbar recht umfangreich ist, aber die Handhabung wohl Übung und Einarbeitung bedarf.

Survex

Das letzte Update von Survex ist von Anfang 2012, es ist ein offenes System und die Entwickler fordern zur Mitentwicklung auf. Es verfügt zwar über eine graphische Oberfläche, allerdings erscheint sie nicht so professionell wie die von Therion.

(Quelle: Screenshot – http://survex.com/screenshots.html; 3.3.2013)

(Quelle: Screenshot – http://survex.com/screenshots.html; 3.3.2013)

Weitere Infos:

Virtuelle Präsentationen in der Sonderausstellung „Im Schatten der Pyramide“

Zum 101-jährigen Jubiläum der österreichischen Ausgrabungen in Gizeh präsentiert das Kunsthistorische Museum in Wien die  Sonderausstellung „Im Schatten der Pyramide“. Im Jahre 1912 legte ein österreichisches Grabungsteam die ersten Gräber in der Nähe der Cheops-Pyramide frei. Die geborgenen Objekte aus der Zeit des Alten Reiches (ca. 2.687 – 2.165 v.Chr.) gelangten anschließend in die Sammlung des Kunsthistorischen Museums und werden nun mit weiteren Leihgaben aus anderen Häusern in einer Sonderschau präsentiert.

Grabungsarbeiten am Fuße der Pyramiden, 1928 / © TU Wien

Grabungsarbeiten am Fuße der Pyramiden, 1928 / © TU Wien

Die „normalen“ museale Präsentation wird durch digitale Medien ergänzt. In Kooperation mit der Technischen Universität Wien wurde eine digitale Präsentationen entwickelt, mit deren Hilfe der Besucher eine virtuelle Zeitreise auf das Gizeh-Plateau unternehmen kann, sowohl in die Zeit des Alten Reiches, als auch in die der Ausgrabungen vor hundert Jahren und in die Gegenwart.

Das Gizeh-Plateau wurden mit Hilfe eines 3D-Laserscanners digitalisiert. Die gewonnenen Daten bzw. Punktwolken wurden anschließend an der TU Wien bearbeitet und in 3D-Moelle umgewandelt. Für die Panoramaaufnahmen der Pyramiden, die ebenfalls in die Visualisierung einflossen, kamen Drohnen zum Einsatz.

3D-Punktwolke des Gizaplateaus / © TU Wien

3D-Punktwolke des Gizaplateaus / © TU Wien

Digitales Panoramabild der Pyramiden / © TU Wien

Digitales Panoramabild der Pyramiden / © TU Wien

Die Präsentation soll nicht nur dem Ausstellungsbesucher Informationen vermitteln und ein reizvolles Erlebnis bieten, vielmehr wurde auch auf wissenschaftliche Tiefe und auf die Verknüpfung der Informationen geachtet, die interessierte Wissenschaftlern nutzen können.

Die Visualisierung an sich war nicht das Hauptproblem des Projekts, vielmehr das Zusammentragen der Informationen, die auf viele Bücher und verschiedene Archive verteilt sind. Außerdem liegen sie nur selten bereits digital vor.

Neben einem 3D-Flug über die Pyramiden wird eine virtuelle begehbare Grabkammer präsentiert. Die Artefakte wurden ebenfalls digitalisiert und als 3D-Modell in die virtuelle Grabkammer eingebaut.

Virtueller Rundgang durch eine Grabkammer / © TU Wien

Virtueller Rundgang durch eine Grabkammer / © TU Wien

Die Visualisierung der Grabkammer bietet nicht nur eine rekonstruierte Räumlichkeit, vielmehr handelt es sich um ein Informationssystem. Während sich der Besucher durch die Grabkammer navigiert werden Informationssymbole angezeigt. Bei Auswahl werden dann zu den Objekten bzw. Teilen der Grabkammer vertiefte Informationen dargestellt. So werden z.B. die Übersetzungen der Hieroglyphen-angezeigt.

Es gibt auch ein Video über die Präsentation:

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