Zukunftsvision: Kulturgut-Digitalisate in DNA-Speicher

Unsere Informationsgesellschaft steht vor dem Problem, wie sie Unmengen an Daten, die sie produziert, auch langfristig sicher archivieren kann. Zwei Forschern des Europäischen Bioinformatik-Instituts, Nick Goldman und Ewan Birney, haben vermutlich die Lösung gefunden. Ihnen ist es gelungen Daten, d.h. in diesem Fall die Informationen von Texten, Fotos und Musik, fehlerfrei in künstlich hergestellter DNA einzubauen. Bei der richtigen Lagerung ist diese synthetische DNA Jahrtausende lang haltbar. Darüber hinaus soll sie für den Menschen ungefährlich sein.

Nick Goldman zeigt in einem Proberöhrchen diesynthetische DNA, in der digitalen Informationen gespeichert sind (Quelle: EMBL Photolab.)

Nick Goldman zeigt in einem Proberöhrchen diesynthetische DNA, in der digitalen Informationen gespeichert sind (Quelle: EMBL Photolab.)

Ganz neu ist die Idee nicht, sie wurde bereits 1988 zum ersten mal erfolgreich eingesetzt. Der Vorteil der DNA-Speicher liegt auf der Hand. Im Gegensatz zu allen bisher bekannten Speichermedien ist seiner Haltbarkeit bzw. die der darauf gespeicherten Informationen kaum Grenzen gesetzt.

Die Kodierung der Informationen in DNA-Sequenzen ist in der Theorie recht einfach. Die DNA besteht aus einer Abfolge von  Nukleotiden, von denen es vier verschiedene Typen (A, T, C und C) gibt. Durch die Abfolgekombinationen ergibt sich die Erbinformation. Somit ist dieses System im Grunde genommen nichts anderes als eine im Prinzip mit dem Binärcode vergleichbares Verschlüsselungssystem. Im Magazin Nature stellen die Forscher ihre Methode vor.

Animiertes B-DNA-Modell (Quelle: Wikimedia - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bdna.gif / Public domain)

Animiertes B-DNA-Modell (Quelle: Wikimedia – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bdna.gif / Public domain)

Spannend ist auch die Größenordnung des Speicherplatzes. In der Theorie könnte alle derzeit bekannte digitale Information gespeichert werden, was etwa drei Zettabyte (3.000 Milliarden Milliarden Bytes) entspricht. Das World Wide Web würde z.Zt. etwas die Hälfte davon benötigen. Auf einem Gramm DNA könnten die Forscher 1 Million CDs speichern. Auch die Rückführung der DNA-Informationen zu digitalen Daten scheint keine großen Probleme zu bereiten. Den Forschern ist es zu 100 % gelungen.

Man kann nur hoffen, das diese Methode in nicht all zu ferner Zukunft in größeren Maßstab anwendbar ist, denn nach heutigen Stand der Technik stellt sie die einzige Möglichkeit dar, die existierenden und noch kommenden Datenmengen zu archivieren.

Vielleicht wird auch einmal der Mensch selber zum Träger seiner eigenen Kultur …etwas wie die Zukunftsvision der auswendig gelernten Bücher im Roman „Fahrenheit 451“ von 1951….und dann stelle man sich weiter vor, dass dieses Wissen sogar weitervererbt werden könnte…..

Quelle: Die Zeit online

Zusammenstellung von freien GIS Programmen – Teil 3

Die folgende Zusammenstellung enthält diesmal keine Vorstellungen von eigentlicher GIS-Software, sondern einige nützliche Programme, die die Arbeit in GIS-Projekten vereinfachen können.

Virtual Terrain Project (VTP)

(Quelle: Screenshot – http://vterrain.org; 18.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://vterrain.org; 18.2.2013)

Das VTP stellt kein GIS in eigentlichen Sinne dar, sondern ist ein Projekt zur Förderung der Erstellung von Programmen für 3D Anwendungen. Dies berührt zum Teil auch den Einsatzbereich von GIS-Systemen. Die angebotene VTP Software (VTP Toolbox, Enviro, VTBuilder, CManager etc.) ermöglicht eine schnelle Rekonstruktion von interaktiven 3D-Objekten und ihre Darstellung in der virtuellen Welt.

(Quelle: Screenshot - http://g3dgmv.sourceforge.net/mapview5.html; 18.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://g3dgmv.sourceforge.net/mapview5.html; 18.2.2013)

Der 3D Graphical Map Viewe ist ein Viewer für Geodaten, der die Formate DEM (Digital Elevation Model) und DLG (Digital Lines Graphs) darstellen kann. Dabei werden die Karten als 3D-Bilder gerendert und können von verschiedenen Positionen aus betrachtet und bearbeitet werden. Außerdem können Karten in verschiedenen Formaten (gif ,png, jpeg ,xpm) eingelesen und in 2D angezeigt werden.

Verschiedene Satellitenbilder und globale Höhendaten

(Quelle: Screenshot - http://ow.ly/hPaWv ; 18.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://ow.ly/hPaWv ; 18.2.2013)

Hier findet man Roh-Bilder wie sie vom Space Shuttle aus angefertigt wurden. Verbesserte Version gibt es hier und hier.

In eigener Sache: Jobsuche !

Ich suche eine Beschäftigung als Archäologe, Museumsmitarbeiter oder im Bereich Digitalisierung und Social Media.
Besuchen Sie meine about.me-Seite und finden Sie mehr über mich heraus….
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App des Wikinger Museums Haithabu

Auch das Wikinger Museum in Haithabu bietet ein Smartphone-App an. Das Wikingermuseum gehört es zur Stiftung Schleswig-Holsteinischer Landesmuseen und widmet sich der Archäologie und Geschichte der Siedlung Haithabu. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse wurde ein Teil der frühmittelalterlichen Stand und der Hafenanlage am Originalplatz rekonstruiert.
(Quelle: Wikipedia - http://ow.ly/hDu04 / © Kai-Erik Ballak / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)“

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/hDu04 / © Kai-Erik Ballak / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)“

Die App ist sowohl für Android wie auch iOS kostenlos im jeweiligen App-Store erhältlich. Zu beachten ist, das nach der Installation noch zusätzliche Dateien (Audio und Bilder) heruntergeladen werden müssen, eine Datenfaltrate oder WiFi-Zugang ist dafür empfehlenswert.

apphaithabu2

Die zweisprachige App bietet neben den üblichen Informationen (Kontakt, Anfahrt, Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Verweis auf die Webseiten) zum Besuch des Wikingermuseums zahlreichen Abbildungen und Plänen auch Bildinfos zu Objekten und der Ausstellung. Des Weiteren gibt auch eine Anfahrtsbeschreibung. Die auf der Webseite des Wikingermuseums in der Beschreibung des Apps erwähnte Anfahrtsskizze und Navigationshilfe gibt es zumindest in der Android-Version der App nicht. Des Weiteren gibt es noch Informationen zu den benachbarten Landesmuseen Schloss Gottorf  mit einer 360°-Ansicht vom Schloss, das unter anderem Sitz des Archäologischen Landesmuseums Schleswig-Holsteins ist.

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Dies allein hebt das App nicht von anderen Museumsapps ab. Das Highlight ist die Audioführung durch die Stationen des Museums und der Wikinger Häuser. Die Audiosequenzen sind einzeln auswählbar und behandeln verschiedenen Stationen des Museums, wie z.B. die Lage der Stadt, die Geweihschnitzerei, verschiedene Funde oder die Häuser der Stadt. Die Sequenzen sind im Schnitt 1 bis 2 Minuten lang, was für prägnante Ausführungen völlig ausreicht und die Aufmerksamkeit des Besuchers nicht überstrapaziert, denn es gibt insgesamt 31 Sequenzen!

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Der Audioguide ist nicht nur während des Museumsbesuchs eine spannende und informative Bereicherung für das visuell erlebten, sondern kann auch sehr gut im Vorfeld als Informationsquelle und zur Einstimmung, wie auch nach dem Besuch zur Wiederholung und Erinnerung an das Erlebte genutzt werden. Zu jedem Audiofile gehört auch eine thematisch passende Abbildung, die z. B. das besprochene Objekt oder eine Karte zeigt.

Zusammenstellung von freien GIS Programmen – Teil 2

UDig

Neben dem Anzeigen und Bearbeiten von räumlichen Daten, wobei hier vor allen WMS und WFS Daten, wie auch GeoRSS, KML und tiles berücksichtigt werden, stellt uDig (User-friendly Desktop) auch einen Entwicklungsumgebung für die Erstellung von Java/Eclipse GIS Applikationen dar (GIS Framework für Eclipse). uDig kann durch RCP (Rich Client Platform) plug-ins erweitert werden, bzw. selber als plug-in in eine bereits existierende RCP eingebunden werden.

GRASS GIS

(Quelle:Wikipedia - http://ow.ly/hzvcX / GNU General Public License)

(Quelle:Wikipedia – http://ow.ly/hzvcX / GNU General Public License)

GRASS GIS (Geographic Resources Analysis Support System) wird zwar in einigen anderen GIS Systemen (z.B. gvSIG) eingebunden, kann aber auch als eigenständiges GIS mit  raster- und vektororientierten Funktionen verwendet werden. Neben der Auswertung von räumliche Daten können auch Bilder verarbeitet, Grafiken und Karten erstellt, sowie räumliche Daten modelliert und visualisiert werden. Außerdem stehen Im- und Exportfunktionen in verschiedenen Datenformaten zur Verfügung. Interessant ist die portable Struktur des Programms, so dass es auf verschiedenen Betriebssystemen mit graphischer Oberfläche oder auch per Kommandozeile betrieben werden kann.

ArcGIS Explorer

(Quelle: Screenshot - http://www.esri.com/software/arcgis/explorer; 9.2.2013)

(Quelle: Screenshot – http://www.esri.com/software/arcgis/explorer; 9.2.2013)

ArcGIS Explorer ist ein Desktop Klient, der auf den ArcGIS Server zugreift. Im Gegensatz zu den übrigen Produkten von Esri ist der ArcGIS Explorer kostenlos! Mit dem Explorer kann unter einer einheitlichen Oberfläche auf verschiedene Web Servies, Daten und GIS Dienste zugegriffen werden. Neben Web-Daten, z.B. von ArcIMS, können auch Daten von anderen Web Map Services (WMS) genutzt werden, wie auch lokale Daten in Form von Shapefiles, File Geodatabases, Rasterdaten und anderen Formaten (IMG, KML, GeoTIFF, JPEG2000, MrSID) eingelesen und verarbeitet werden. Auch eine Geoverarbeitung und 3D Darstellung ist möglich. Sicher ist der ArcGIS Explorer kein vollständiges GIS, aber für einfachere Aufgaben, wie z.B. der Visualisierung von Raumdaten und einfachen Analysen, ist er sehr nützlich. Ein großer Vorteil hierbei ist die Möglichkeit die Daten mit anderen auszutauschen, was gerade z.B. bei dezentralen Forschungsprojekten von Vorteil ist.

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