Vorstellung des Portals der Vereinigung Westfälischer Museen auf museum-digital

Gestern wurde von der Vereinigung Westfälischer Museen e.V. im Archäologischen Museum der Universität Münster der Presse eine neue Internet-Objektdatenbank vorgestellt, ein „Objektportal“ auf museum-digital als online gestellte Datenbank, die den westfälischen Museen eine Plattform bietet, ihre Schätze online zu präsentieren. Dort sind nicht nur archäologische Stücke, sondern Objekte aus der ganzen Vielfalt der Museumslandschaft zu finden.

Museen arbeiten mit originalen, nicht mit virtuellen Objekten. Sie nutzen das Internet bisher als Medium für die Bewerbung von Ausstellungen und Aktivitäten. Als Medium für die Publikation von Objekten und ganzen Sammlungen dagegen wird es in Westfalen noch kaum genutzt. Archive und Bibliotheken haben ihre Bestände vielfach schon online erschlossen – Museen sind noch längst nicht so weit.

Der Vorsitzende der Vereinigung westfälischer Museen, Dr. Eckhard Trox (Lüdenscheid), hat nun in Münster ein „Objektportal“ vorgestellt, eine online gestellte Datenbank, die den westfälischen Museen eine Plattform bietet, ihre Schätze online zu präsentieren. Die Website, vom Institut für Museumskunde in Berlin entwickelt, ist ein niedrigschwelliges, für die Museen kostengünstiges Angebot zur Präsentation von Objekten. Es ist an die übergreifenden europäischen Objektportale (EUROPEANA) angeschlossen, die die eingestellten Objekte – vom Rubens-Gemälde aus dem Siegerlandmuseum bis zur Münze aus dem Heimatmuseum Marsberg – überall verfügbar machen.

Seit 2010 arbeitete ein Arbeitskreis unter Leitung von Manfred Hartmann (LWL-Museumsamt) an dem Projekt; und im Herbst letzten Jahres konnte Guido Nockemann (Marsberg), der ein solches Portal mit „museum-digital“ schon in Ostwestfalen realisiert hat, für den Ausbau gewonnen werden. Die Zahl der beteiligten Museen hat sich von 10 auf knapp 30 verdreifacht. Entscheidend dabei war, Mitarbeiter in den Museen zu schulen und in die Lage zu versetzen, selbständig weitere Exponate ins Netz einzustellen.

Damit ist zumindest ein Anfang gemacht! Bis alle (geschätzt) 10-20 Millionen Objekte der 160 Mitgliedsmuseen der westfälischen Museumsvereinigung – also die mobilen Kulturgüter in Öffentlichem Besitz in Westfalen ! – dort recherchierbar sein werden, wird es lange, vielleicht Jahrzehnte brauchen. „Die Museen allein“ – so der Vorsitzende Eckhard Trox – „können das nicht stemmen. Hier sind die Museumsträger gefragt, das Projekt zu priorisieren und Mittel bereitzustellen! Und das Land und der Bund, die die Digitalisierung der Bibliotheken und Archive schon mit erheblichen Sondermitteln gefördert haben. Anders als Bücher und Aktentitel sind Museumsobjekte viel aufwändiger, da man immer ein Bild braucht“.

Foto: Startschuss für www.museum-digital.de/westfalen im Archäologischen Museum der Universität Münster: v.r. Dr. Eckhard Trox (VWM-Vorsitzender) – Manfred Hartmann (VWMArbeitskreis Sammlungen und Internet) – Guido Nockemann (Spezialist für museum-digital)

Foto: Startschuss für http://www.museum-digital.de/westfalen im Archäologischen Museum der Universität Münster: v.r. Dr. Eckhard Trox (VWM-Vorsitzender) – Manfred Hartmann (VWMArbeitskreis Sammlungen und Internet) – Guido Nockemann (Spezialist für museum-digital)

Quelle: Text und Foto der Pressemitteilung der Vereinigung Westfälischer Museen e.V. vom 23.1.2012

Zusammenstellung von freien GIS Programmen – Teil 1

Hier einmal einen kurze Zusammenstellung von freien GIS-Programmen, die für die Arbeit in der Archäologie nutzbar sind bzw. schon dafür genutzt werden. Von Zeit zu Zeit werde ich die Liste aktualisieren und erweitern.

gvSIG – Oxford Edition für Archäologen

Quelle: Wikipedia - http://ow.ly/h2rkn / CC Attribution ShareAlike 2.5 License)

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/h2rkn / CC Attribution ShareAlike 2.5 License)

Das gvSIG Projekt ist ein freies und Open Source Geoinformations System. Oxford Archaeology hat eine modifizierte Version erstellt, die speziell für Archäologen interessant ist. GRASS GIS Funktionen/Module können eingebunden werden. Ich nutze gvSIG öfters und finde es sehr gelungen, wenn auch zum Teil sehr komplex und manchmal etwas schwierig in der Handhabung. Vom Umfang kommt es aber den kommerziellen GIS Programmen sehr nahe. Zur alltäglichen Arbeit und einige Analysen ist es mehr als ausreichend. Für die Arbeit in der praktischen Bodendenkmalpflege ist die Einbindung von Remote Daten (z.B. OGC-WMS, WCS, WFS, ECWP, Gazetter- und Catalog- Service) äußerst hilfreich. Außerdem gibt es eine deutsche Oberfläche.

SagaGIS

(Quelle - Wikipedia: http://ow.ly/h2rbV / GNU General Public License)

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/h2rbV / GNU General Public License)

Der Schwerpunkt von SagaGis liegt in der Verarbeitung und Analyse von Rasterdaten. Beim Layout soll es aber Schwächen haben. Es wird hauptsächlich am Fachbereich Geographie der Universität Hamburg entwickelt. Es ist für die Bearbeitung von Vektordaten und Erstellung thematischen Karten sehr gut geeignet. Auch hier gibt es eine deutsche Oberfläche.

Open Jump GIS

(Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Openjump-screenshot.jpg&filetimestamp=20061104143748 / deutsches OpenJUMP Tutorial von Uwe Dallüge)

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/h2r30 / deutsches OpenJUMP Tutorial von Uwe Dallüge)

OpenJUMP ist ein Desktop-GIS, das in Java geschrieben wurde. Es kann durch Plugins im Funktionsumfang erweitert werden. Mit ihm können verschiedene Vektoren-, sowie Rasterformate und OGC Standards wie WMS, WFS verarbeitet werden. Deutsche Oberfläche vorhanden.

QGIS / QuantumGIS

(Quelle: Wikipedia – http://ow.ly/h2qVe / CC Attribution ShareAlike 2.5 License)

QGIS ist ein Geographisches Informationssystem welches auf vielen Betriebssystemen läuft und Raster, Vektor (z.B. GeoTIFF und Shapefiles) sowie räumlicher Datenbanken (z.B. PostGIS und SpatiaLite). Digitalisier-Werkzeuge und Funktionen zur Erstellung von Druckzusammenstellungen sind ebenfalls vorhanden, GRASS Module önnen ebenfalls  eingebunden werden. Interessant für die Verarbeitung von Geo-Daten von Prospektionen ist die GPS-Erweiterung, mit der GPX-Dateien eingelesen oder vom Programm aus direkt auf ein GPS-Gerät zuzugreifen werden kann. Neben verschiedenen Plattformen wie Unix, Linux, Mac OS X  und Windows auch unter Android. Hier sein noch einmal auf das Video-Tutorial zu QGIS hingewiesen.

„FreeFullPDF“, eine nützliche PDF Suchmaschine

Die Suchmaschine FreeFullPDF“ durchsucht das Netz ausschließlich nach PDF-Dateien, wobei die Suchergebnisse in die Kategorien „Article“, „Patent“, „Poster“ und „Thesis“ unterteilt werden.

Gerade bei der Recherche nach Literatur, die noch nicht in den Bibliotheken vorhanden ist bzw. nie dorthin gelangen werden (sogenannte graue Literatur), sich aber gerade im wissenschaftlichen Bereich oft mit aktuellen Themen beschäftigen, ist eine derartige Suchmaschine äußerst nützlich.

Mein persönliches Interessensgebiet, das Neolithikum zeigte  52.500 Einträge. Der Suchbegriff „Archäologie“ erbrachte alleine 4.860, „Archaeology“ 8.750.000 Einträge!

ReBlog: DARIAH: Auf dem Weg zu einer digitalen Dateninfrastruktur für die Archäologie

ReBlog des Artikels

„DARIAH: Auf dem Weg zu einer digitalen Dateninfrastruktur für die Archäologie“

vom Kollegen Armin Volkmann, geblogt am 11/01/2013.

In seinem Artikel berichtet Armin Volkmann über das Langzeitprojekt DARIAH (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities). Es beschäftigt sich hauptsächlich mit der text- und geschichtswissenschaftlichen Forschung, ist aber offen für weitere Fachrichtungen. Für das Projekt wurde auch eine Dateninfrastruktur für die Archäologie konzipiert. Kooperationspartner sind unter anderem das IANUS-Projekt des DAI (Deutsches Archäologisches Institut) und CLARIN (Common Language Resources and Technology Infrastructure). Durch die Vernetzung der einzelnen Daten-Infrastruktur-Projekte können nationale Aktivitäten auch auf Europa-Ebene harmonisiert und die Forschung behindernde administrative Grenzen überwunden werden.

Esri gibt ebook “Agent Analyst: Agent-Based Modeling in ArcGIS” kostenlos zum Download frei

Für diejenigen, die mit ArcGIs arbeiten und Agent-Based Modeling betreiben, ist dieses 559 Seiten starke (!) ebook wirklich interessant:

„Agent Analyst: Agent-Based Modeling in ArcGIS“

Autoren: Kevin M. Johnston (Editor), Daniel G. Brown, Nicholson Collier, Hamid R. Ekbia, Mary Jo Fraley, Elizabeth R. Groff, Michelle A. Gudorf, Naicong Li, Arika Ligmann-Zielinska, Michael J. North, Derek T. Robinson, and Nathan Strout / Esri Press 2012

Das Buch ist in fünf Kapitel aufgeteilt, in der die einzelnen für eine agentenbasierte Simulation nötigen Techniken und Funktionen des Programms „Agent Analyst“  in Form von Übungen erarbeitet werden. Zum Beispiel wird erläutert wie man Agentenbasierte Modelle mit Punkten, Polygonen Rastern und Netzwerken erstellt.

Die verwendete Software, „Agent Analyst“, ist ein mit ArcGIS kompatibles open source Programm. Um die Übungen komplett abschließen zu können wir neben der Agent Analyst Software auch ArcGIS Desktop 10 benötigt. Interessierte können eine 60-Tage-Trial Version von ArcGIS Desktop 10 downloaden. Auf der Seite der University of Redlands werden neben dem Programm „Agent Analyst“  auch drei Tutorials zur Software angeboten.

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Foto: Quinn Dombrowski (Fotorechte siehe http://www.flickr.com/people/quinnanya/)

Das Agent-Based Modeling, kurz ABM, ist ein computergestützten Verfahren, um Simulationen und Modelle zu erstellen bzw. zu überprüfen. Hierbei werden sogenannte „Agenten“ verwendet. Dies sind unabhängige Individuen, die in beschränktem Maße ihre „Umwelt“ wahrnehmen und mit ihr und anderen Agenten interagieren können. Dabei werden den Agenten Verhaltensregeln vorgegeben, die sozusagen die Stellschrauben der Simulation darstellen. Man unterscheidet grob zwei Modelltypen. Entweder wird ein einzelner Agent in eine „Welt“ eingesetzt, mit der er dann interagiert, oder es wird eine größere Anzahl an Agenten /Agentengruppen eingesetzt, die mit anderen und ihrer Umwelt  interagieren können und auch eine „Gesellschaft“ bilden können.

Zu den Grundlagen des ABM sei auf ein Tutorial  (Agent-based modelling and simulation“) verwiesen, dass im Journal of Simulation publiziert wurde.

Gerade in der Archäologie eröffnen sich durch das ABM neue Möglichkeiten um Netzwerke, landschafts-, siedlungs- und gesellschaftsdynamische Prozesses zu untersuchen. Ein interessantes Beispiel ist z.B. eine agentenbasierte Simulation für den bronzezeitlichen Salzbergbau in Hallstatt.

Quellen:

QGIS-Video-Tutorial

Da Archäologen bzw. Institutionen, die in diesem Bereich tätig sind, meist nur über ein kleines Budget verfügen, bin ich immer auf der Suche nach Open Source Programmen für die Datenauswertung. Vor allem GIS-Programme (Geoinformationssysteme) sind ein wichtiges und nützliches Werkzeug zur Darstellung, Bearbeitung, Erfassung und Analyse von räumlichen Daten. Allerdings sind die kommerziellen Programme meist recht kostspielig.

QGIS, oder auch Quantum GIS genannt, ist ein freies GIS-Programm, dass in seiner Grundausstattung recht einfach ist. Allerdings hat man durch Plugins und der Integrierung von GRASS GIS (ein weiteres freies Popgramm) mit ArcGIS vergleichbare Möglichkeiten. Interessant ist auch die GPS-Einbindung, mit der GPS-Daten vom Gerät eingelesen werden können. Es besteht außerdem die Möglichkeite von QGIS aus direkt auf das Gerät zuzugreifen.

Das englischsprachige Video-Tutorial von Paul Driscoll führt in die Basisfunktionen von QGIS ein.

Den Verweis auf das Video habe ich in „Doug’s Archaeology“-Blog entdeckt.

Für Hinweise auf freie Software für GIS-Analyse, Fotobearbeitung, 3D modeling, Structure-from-Motion etc. bin ich immer dankbar!

Archäologie und Paläogenetik – DGUF-Tagung vom 9.-12. Mai 2013 in Erlangen

Zugegeben, die Meldung hat nichts mit Archäologie 2.0 zu schaffen, ist aber trotzdem nicht minder interessant.

Im Mai findet die Jahrestagung der DGUF statt.

Thema: Archäologie und Paläogenetik

In den vergangenen 20 Jahren hat die Archäologie mit der Paläogenetik eine Nachbarwissenschaft gewonnen, die die Möglichkeiten der Analyse und Interpretation menschlicher und tierischer Skelettfunde in ganz neue Dimensionen katapultiert hat. Aber zugleich beobachtet man auf kaum einem anderen Feld als der Paläogenetik derart radikale Kurswechsel, die in der archäologischen Fachwelt und Öffentlichkeit auch Verwirrung und Unverständnis hinterlasse.

Aus archäologischer Sicht brennen Fragen zur Humanevolution, zur Populationsdynamik und zur Domestikationsforschung unter den Nägeln. Hierzu hat die Paläogenetik innerhalb weniger Jahre zahlreiche neue Methoden, Tatsachen und Interpretationsmodelle geliefert. Die DGUF-Tagung 2013 „Archäologie und Paläogenetik“ möchte den aktuellen Stand erfassen und durchdringen, die validen Methoden, Ergebnisse und deren historische Konsequenzen präsentieren, aber auch die innerfachlichen Diskussionen und Divergenzen besser verstehen lernen sowie die Kongruenz und Divergenz zwischen Archäologie und Paläogenetik nachvollziehen.

(Quelle: Webseite der DGUF)

Infos zur Tagung hier.

Der Call for Papers läuft noch bis Ende Januar!

CAA-Workshop am 15.-16. Februar in Berlin

Der vierte CAA-Workshop der AG Computeranwendungen und Quantitative Methoden in der Archäologie (AG CAA) findet diesmal am 15. und 16. Februar im Excellenz-Cluster TOPOI der Freien Universität Berlin statt-

Im Rahmen des Workshops haben Wissenschaftler der verschiedenen archäologischen Disziplinen die Möglichkeit, die in ihren Projekten verwendeten quantitativen Methoden und computerbasierten Problemlösungen vorzustellen. Außerdem finden am Samstagnachmittag im Anschluss an die Tagung im Computerpool von TOPOI noch zwei Softwaretutorials statt. Angeboten werden Tutorials zu den Themen „Structure from Motion (SFM)“ und „LiDAR-Toolbox“.

Themen des Workshops sind unter anderem das Forschungsdatenzentrum IANUS, Structure from Motion und Laserscanning in der Grabungspraxis, die Rekonstruktion des Zeustempels von Olympia, die automatische Vektorzeichnung von Keilschrifttafeln aus 3D-Messdaten, ein mobiles GIS zur Dokumentation einer archäologischen Oberflächenbegehung, die freie GIS-Software gvSIG, die Evaluation einer GIS-basierter Methodik zur Rekonstruktion altneolithischer Besiedlungsstrukturen und die vollphotogrammetrische 3D-Entzerrung historischer Luftbilder.

Das Programm des Workshops ist bereits online. Infos zum Workshop finden sie hier.

Zur Teilnahme sind besonders Studierende und Doktoranden aufgefordert.

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